Zeittafel

1033 Zum ersten Mal wurde Nettelstedt in einer Urkunde König Konradt II als Nitalstete erwähnt. Er schenkte dem Marienstift in Minden 12 Hufen Land (Hufe ist der Anteil der einzelnen Bauernfamilie an der Gemeindeflur, meist 30-60 Morgen).

1277 Graf Dietrich von Isenberg schenkte dem St.-Martins-Stift in Minden einen Hof in Nettelstedt. („Nettelstede“)

1320 Am Anfang des 14. Jahrhunderts hatten die adligen Grundherren von Bodendorpe, von Engelingborstel, die von Gesmele, von Hesle, von Quernheim, von Roden und von Swege Landbesitz in Nettelstedt

1332 gehörte Nettelstedt zur Lübbecker Marktgerechtsame. Es war eine Ordnung, nach der Rechte und Pflichten aus dem Besitz von Acker, Garten, Moor, Wiese und Wald für den Einzelnen festgesetzt wurden.

1363-1396 herrschte eine Fehde zwischen dem Bischof Gerhard von Minden und dem Bischof von Osnabrück. Dies hatte zur Folge, dass Truppen durch Nettelstedt zogen und die Bewohner Heeresfolgen leisten mussten. Politisch gehörte Nettelstedt zum Bistum Minden.

1536-1557 Hermann von Westorpe wurde 1536 vom Bischof Franz II.. und 1557 vom Bischof Georg mit dem Zehnten zu Nettelstedt, mit dem nidderen Hof, mit dem Ellerhof und 6 Hufen Land binnen und bauten dem Dorpe zu Nettelstedt belohnt.

1547 Fehde des Kaisers mit dem Hochstift Minden. Viel Kriegsvolk unter dem Statthalter von Seeland, Jobst von Groningen, nach Minden. Sie zogen auch durch Nettelstedt.

1600-1800 Zwei Kapellen gehörten zur Pfarre Gehlenbeck, worin dreimal im Jahr gepredigt wurde. Nettelstedt und Isenstedt.

1623 Im 30jährigen Krieg zog Obristleutnant und Feldmarschall Graf von Anhalt durch Nettelstedt nach Lübbecke.

1624 Am 19.01. zieht Tilly durch und nimmt in Lübbecke Quartier. Am 4.1. sind etliche Komp. Spanier ins Mindische eingefallen. Sie lagern in Gehlenbeck, Nettelstedt, Hille und Hartum. Es herrscht die Ruhr.

1631 Eine Kompanie Reiter bleibt 1 Tag in Gehlenbeck, zieht dann nach Minden weiter und verübt unterwegs viel Scheußlichkeiten. Auf Watermann\’s Hofe reparierte der Sohn das Strohdach, er wurde von vorüberziehenden Reitern aus Pläsier vom Dach geschossen.

1633 Schweden in Lübbecke. Plünderung der Dörfer Gehlenbeck usw. Am 14.6. zieht Graf Melander mit seiner Armee über Gehlenbeck nach Minden.

1635 Die Kompanie Tabbert (schwedische Dragoner) zieht von Minden nach Lübbecke. Am 27.10. lagern 8 Kompanien Schweden in Gehlenbeck, Eilhausen und Nettelstedt.

1636 Am 22.07. zieht die schwedische Hauptarme durch. Am 18.09. kommt ein Regiment Polacken von Lübbecke über Gehlenbeck nach Nettelstedt und „haust übel“. Die Pest herrscht in Lübbecke und Umgebung. Sie wurde durch die kaiserlichen Truppen wieder eingeschleppt.

1637 Schweden und Hessen unter dem Befehl von Kniggen und Melander durchziehen das Land und verheeren es. Am 20.11. zieht Melander von Minden nach Gehlenbeck, steckt das Dorf in Brand und haust unterwegs schlimm. Die Tradition berichtet, daß nach dem 30jährigen Kriege in Nettelstedt nur noch 4 Häuser standen und ein Dutzend Menschen lebten (Hunger, Pest, Quälereien und Vergewaltigungen durch das Kriegsvolk).

1638 Durchzug der Hessen von Lübbecke nach Minden

1639 -1640 Kleinere Durchzüge, Zerstörungen von Häusern und Plünderungen

1645 – 1646 Die Schweden hausen übel im Kreis

1647 Graf Königsmark haust mit seinen Schweden furchtbar im Kreise Lübbecke, es herrscht eine „tolle Zucht“.

1647 Seit diesem Jahre versieht der Joh. Baltzer, gebürtig zu Hille, den Schuldienst in Nettelstedt. Er hat sich auf den Schulen in Minden und Herford vorbereitet.

1682 Aus diesem Jahre stammt das Landbuch der Gemeinde Nettelstedt mit 62 Höfen

1717 Aus diesem Jahre stammt ein zweites Landbuch mit 66 Höfen

1770 – 1848 Markteinteilung Gemeindeland wird bis auf geringe Reste (Hünenbrink) aufgeteilt. Auch unsere Bergteile und das Moor. Je mehr einer hatte, desto mehr bekam er dazu. Ende der Deutschen Allmende

1775 Letzte Wolfsjagt in unserer Gegend.

1776 Tischlerei auf dem Lande bleibt verboten

1819 Aufruhr der Zehntpflichtigen in den Gemeinden am Nordhang des Wiehengebirges. Einer der ersten Aufrührer war der alte Elerhöfer, ein alter Onkel bei Ellerhof 10, der, als ihm der Vogt bei von der Recke mit dem Stocke drohte, weil er bei der Arbeit des Pflügens seine Pfeife rauchte, einfach seinen Pflug auflud und mit seinen Pferden nach Hause ging. Er konnte sich erlauben, was Andere nicht wagten, denn er hatte beim „Alten Fritz“ gedient.

1821 Großfeuer in Nettelstedt. Inschrift bei Gerdom 34 und Selle 11 „Es war ein fürchterlicher Tag, so sah ihn keiner wieder. Ein Feuer, das mit Wut ausbrach, riß alles, alles nieder. Es drohet der Flammen Wut , den Ort ganz zu verheeren und augenblicks in Asch und Glut die Häuser zu verkehren.“

1847 Köln-Minden-Berliner Eisenbahn eröffnet. Zwei Nettelstedter, namens Tiemann, wurden als Weichensteller angestellt und haben jeden Tag den Weg nach Minden hin und zurück zu Fuß gemacht (34 Kilometer). Und das 32 Jahre lang. Das macht rund 400.000 km (10 mal Erdumfang und 1 mal Entfernung bis zum Mond). Auch das fertiggesponnene Garn brachte man damals zu Fuß nach Herford und Bielefeld, und, um einige Pfund Butter zu verkaufen, scheute man nicht den Weg zum Mindener Markt. Trotzdem hatte man damals mehr Feierabend und Stunden der Besinnung als heute bei Maschinen, Treckern und Motorrädern.

1848 Große Not der Spinner und Weber (Konkurrenz des handgewebten durch das billigere und feinere Maschinenspinnen). Viele, auch aus Nettelstedt, wanderten nach Amerika aus. Ich habe viele Nettelstedter gekannt, die bis etwa 1900 ins Ruhrgebiet gingen. Sie wohnten billig zu 3-4 Nettelstedter in einer Stube. Alle 4 Wochen kamen sie in ihr Heimatdorf, um sich neuen Proviant zu holen (Brot, Hülsenfrüchte, Speck) Nach dem 1. Weltkrieg setzte diese Ruhrgängerei wieder ein, bis sich hier die Arbeitsverhältnisse gebessert hatten. Manche verdingten sich in jener Notzeit vor 1900 auch als landwirtschaftlicher Saisonarbeiter nach Holland oder als Trofstecher nach Oldenburg

1859 Der alte Lohmann Nr. 32. (1927 ist er 94jährig gestorben), führte die ersten Steinöllampen (Petroleum) ein.

1861 Die erste Zigarrenfabrik wird in Nettelstedt (12 Roller und 12 Wickelmacher) auf betreiben Lohmanns errichtet. Vorher hatten einige Männer in Lübbecke das Zigarrenmachen erlernt. Hin und her zu Fuß, es gab noch kein Fahrrad, 12 Stunden Arbeitszeit. Die Zigarrenarbeit brachte eine fühlbare Erleichterung. Man verdient 1,30 Mark pro Tag.

1861 Lohmann bewirbt sich mit Erfolg um eine Posthilfsstelle für Nettelstedt, die erste zwischen Minden und Lübbecke. Postbote war der Invalide Schlüter aus Hille. Briefmarken gab es noch nicht. Das Porto zahlte der Empfänger. Es war sehr hoch, für weitere Entfernungen 1 – 2 Mark. Darum waren Briefe nicht immer willkommen. Mansche kosteten eben mehr als einen Tagelohn. Weil es noch keine Briefumschläge gab, wurden die Briefe kunstvoll gefaltet und die Adresse auf die 4. Seite geschrieben.

1865 Durch Lohmann wurde eine Versammlung aller Bergteilbesitzer von Minden bis Lübbecke einberufen. Die Regierung wollte nämlich den Bergwald in staatliche Zwangsbewirtschaftung nehmen, weil er überhaupt nicht forstlich gepflegt wurde (Verbiß der jungen Triebe durch Schafe und Ziegen, Neubepflanzungen unterblieben, Kahlstellen verheideten oder erosierten). Die Eingabe dieser Versammlung an das Preuß. Abgeordnetenhaus hatte Erfolg. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde eine Waldschutzgenossenschaft gegründet und ein Förster angestellt.

1865 Große Feuersbrunst in Gehlenbeck, 53 Häuser eingeäschert.

1874 Die Posthilfsstelle in Nettelstedt wird Postagentur. Die Einwohnerzahl beträgt 984 in 168 Häusern. 1918 hatte Nettelstedt 222 Häuser, nun sind es 350. 2 Zigarrenfabriken mit 66 Arbeitern. Keine Gewerbeaufsicht. Arbeitszeit 12—16 Stunden. Geringer Lohn. Kinder ab 12 Jahren um 6 Uhr früh vor der Schule zum Abstruppen und z. T. auch zum Wickelmachen in der Fabrik, auch nachmittags bis 9 Uhr abends. Ständiges Sitzen in Tabakstaub und verbrauchter Luft, flaches Atmen, wenig natürliche Bewegung schufen den „tuberkulösen Typ“, der noch durch Inzucht gefördert wurde.

1889 Lehrer Voigt tritt nach 50jähriger Arbeit in den Ruhestand. Er war ein Lehrer alten Stils, besaß eine Kuh, mästete 2 Schweine, bestellte mit Hilfe der Schulkinder seinen Garten, wo heute das Lehrerhaus steht, und seinen umfangreichen Acker. Er empfing neben seinem sehr geringen Bargehalt von den Bauern eine festgesetzte Menge an Lebensmitteln, deren Menge dann das vorgeschriebene Gewicht überstieg, wenn der Abliefernde ein Kind in der Schule hatte, dem je nach der Menge der freiwillig mehr gespendeten Gaben eine entsprechende Behandlung in der Schule gewiß war, was wohl der Gerechtigkeit, nicht aber dem Magen des armen, kinderreichen und unwürdig abhängigen Schulmeisters abträglich war. Voigt war außerdem Kantor und Kapellendiener. Er mußte Handreichungen beim Gottesdienst übernehmen, war verantwortlich für das Läuten und leitete das Begräbnissingen eines Kinderchores bis zur Eilhauser Mühle. Die Leichen wurden auf einem Leiter- oder Kastenwagen nach Gehlenbeck gefahren.
Alte Leute rühmen Voigt als tüchtigen Lehrer. Er regierte mit Strenge und Strafen seine 2 mal 100 Schüler in der voll gepfropften Kapelle. Bis 1878 wohnte er in dem Hause, das jetzt Kröger 144 auf der Stille gehört, dann wurde das heutige Haus von Geschwister Lohmann Schule und Lehrerhaus, bis im Jahre 1928 die neue Schule und das Lehrerhaus bezogen werden konnten. In der Schule spielte damals in jeder Stunde der Rohrstock seine verhängnisvolle Rolle, auch Erbsenknien war nicht selten. „Die Furcht muß es hereintreiben,“ hieß es; und Kinder müssen „verhandhabt“ werden, sagten die Leute. Daß jede erzwungene gute Tat religiös und sittlich ohne Wert und Kraft ist, wurde nicht bedacht. Ehrgefühl wurde nicht geschont. Die Exekutionen geschahen vor der Klasse. Der „gehorsame Untertan“ war das Erziehungsziel, und auch die frohe Botschaft von der Liebe wurde eingepaukt und eingebläut. So war es nicht nur hier und auch nicht überall. Die Folgen sind heute deutlich. Wo mannhafte Güte die Keime nicht lockt wie die Sonne die Saat, und wo Freiheit und Freude verdächtig sind, verdorren Seele und Geist, und Radfahrertypen, die oben ducken und unten treten, sind die Resultate solcher Dressur. Aber was sollte der arme, selbst unfreie und immer von oben gedrückte Schulmeister machen, wenn er ohne Lehrmittel allein vor seiner vollgepfropften Klasse stand und unmögliches Stoffeinpauken von ihm verlangt wurde, und überdies die Pflege des Viehs wichtiger war als die der Kinder.

1898 Verkuppelung (Zusammenlegung der Grundstücke) beginnt. Damit verschwanden auch die Hecken an den Wiesenrändern. Das hatte böse Folgen für den Graswuchs, weil die Wiesen austrockneten, die bodenbürtige Kohlensäure, die zur Stärkebildung nötig ist, vom Wind zerflatterte, den Vögeln die Nistgelegenheiten fehlten und das Ungeziefer demzufolge zunahm, und den Kühen in den umgehauenen Erlen, Weiden, Haselsträuchern usw. die Apotheke genommen wurde.

1900 Einweihung des neuen Friedhofes.

1907 Von 1889—1907 leitete Lehrer Lange die Nettelstedter Schule. Ihm folgte Hauptlehrer Ernst Meier, dem 3 Lehrer zur Seite standen. Er starb den Heldentod 1915 am Hartmannsweiler Kopf in den Vogesen. Lehrer Thöne wurde vermißt. Die beiden übrigbleibenden Lehrer Lochthofe und Schildmeier gerieten in Gefangenschaft. In den letzten beiden Kriegsjahren wurden die 356 Schüler von Frl. Lange, jetzt im Ruhestande, und Frl. Blanke, jetzt Frau Rektor Korte, versorgt.

1907 Eröffnung der Kreisbahn Minden—Lübbecke. Nettelstedt hat 1400 Einwohner.

1912 Das elektrische Licht wird eingeführt, dem Hauptlehrer nur für die Küche bewilligt. Die vorsichtigen Husener warteten mit der Einführung bis 1919. Sonst sind sie aber unternehmungslustig und halten zusammen. Die Anschaffung der Dreschmaschine und des Leichenwagens ist ihrer Initiative zu verdanken. Und dann der Schützenverein!

1914—-1918 1. Weltkrieg. Heldengedenkbuch in der Schule.

1929 Am 04. August erklangen zum ersten mal die Glocken auf dem Hünenbrink

1933 Zum ersten Mal erstrahlt zu Weihnachten der Stern über Nettelstedt

1945 Bau des Kalkofens (Depping). Die Vertreter der ehemaligen „Freien Turnerschaft“ und der „Deutschen Turnerschaft“ setzten sich zusammen, um den Sport in Nettelstedt zu neuen Leben zu erwecken. So wurde der „Turn- und Sportverein Nettelstedt“ gegründet

1946 Die neue Satzung des TuS Nettelstedt e. V. wurde am 02.12.1946 aufgestellt. Die ersten Abteilungen waren Fußball, Handball und Tischtennis. Nutzung des Gebäudes des ehemaligen Kinderheim wieder als Kinderkurheim

1947 Gründung des Reichsbund Ortsverband (früher Ortsgruppe) Nettelstedt am 14.6.1947durch 27 Mitglieder. Gründung der Landhochschule für Bühnenkunst durch Dr. Hermann Schultze. Besuch eines Berichterstatters der „Freie Presse“ im Kinderheim und Bericht über die Arbeit der 16 Beschäftigten mit den etwa 80 kranken Kindern im Juli.

1948 Beginn der Umbauarbeiten an der 1835 erbauten Kapelle

1949 Wiederbeginn der Spielgemeinde mit der Aufführung des Stückes „Götz von Berlichingen“ zu Pfingsten . 3000 Besucher kamen zu der ersten Aufführung nach dem 2. Weltkrieg. Dr. Hermann Schultze wurde auf Wunsch von Wilhelm Korte Spielleiter. Korte selbst übernahm die Funktion des Stellvertreters. Wilhelm Fabry löste Karl Meyer-Spelbrink als Geschäftsführer ab. Bis zum Ende der Spielzeit wurden fast 70.000 Besucher gezählt. Mit dem Nettelstedt-Teller sollten besondere Besucherrekorde geehrt werden. Heimat- und Erntefest, Umzug durch das Dorf, beim Kranzreiten wurde H. Sieckmeyer Reiterkönig. Besuch eines Mitarbeiters der „Freie Presse“ bei der Firma Hucke und Bericht über die Kleiderfabrik und die 120 Beschäftigten Einweihung des neuen Saales von Klostermann und Diekmann, er wurde als der modernste Saalbau des Kreises bezeichnet. Zusammenfassung der Waldbezirke Holsen, Schnathorst und Nettelstedt zur Waldgenossenschaft

1950 Ein LKW fuhr bei einem Unfall in die Gasstätte Lohmann hinein und zerstörte das Gastzimmer. In den renovierten Räumen wurde die Hünenbrinkstube eingerichtet. Bei der Beerdigung des Amts- und Gemeindevertreters Fritz Kottkamp wurde sein vielfältiges Wirken gewürdigt.
Hermann Siekmeyer errang beim Kranzreiten, dem Höhepunkt des Heimatfestes, den Titel. Abschluss der Restaurierungsarbeiten an der Kapelle, Erweiterung durch Choranbau an der Ostseite. 20 Beschäftigte im Gemeindesteinbruch.

1951 Backsteinstutenfest (wie alljährlich seit 27 Jahren) Erste Vorschläge für den Bau eines Gemeinschaftshauses (Turnhalle). Verabschiedung von Rektor Meyer-Spelbrink. Brand bei zwei Fachwerkhäusern am Weg zum Hünenbrink. Im Sommer 1951 wurde die Neugründung des Schützenvereins Concordia Husen in die Wege leitetet. Ältere, die schon vor dem Krieg dem Verein angehörten, warben um Mitglieder, bekamen viele Zusagen und luden daraufhin zu einer Gründungsversammlung in die Gaststätte Dränger ein. Das erste Königsschießen fand im Herbst im Eilhauser Berg statt. Schützenkönig wurde Willi Tiemann. Heinrich Hucke als der letzte Schützenkönig von 1939 wurde damit abgelöst. Auszeichnung des millionste Besuchers auf der Freilichtbühne mit einem Nettelstedt-Teller Beschluss zu Aufforstungsarbeiten auf der Versammlung der Waldschutzgenossenschaft Ernennung von Wilhelm Korte als Rektor der Volksschule.

1952 Einzug von Fliegergeschädigten in die neuen Vierfamilienhäuser an der Bergstraße. Erste Feier des Schützenfest wieder an den Ostertagen. Wahl von Friedrich Seckelmann zum 1. Vorsitzenden auf einer Versammlung der Ortsvereinigung des Bundes der Fliegergeschädigten und Evakuierten. Backsteinstutenfest Eröffnung der neuen Spielsaison durch Regierungspräsident Drake. Beschluss des Gemeinderates zum Anbau der 41 m langen Turnhalle an die Schule im Juli, Verbindung durch Pausenunterstand, Grundsteinlegung im September. Karl Miele neuer Reiterkönig bei Kranzreiten.

1953 Richtfest beim Bau der neuen Turnhalle. Erstes Amtsfeuerwehrfest in Nettelstedt. Heinrich Siebeking neuer Vorsitzender der Waldgenossenschaft. Karl Ellerhoff verstorben. Hermann Grote neuer Reiterkönig beim Kranzreiten. Bezug von fünf Mehrfamilienhäuser an der Bergstraße. Tödlicher Verkehrsunfall, Opfer ein junger Kradfahrer aus Lübbecke

1954 Verabschiedung von Ernst Horn als Vorsitzender des Ortsbundes, Heinrich Hucke neuer Vorsitzenden. Übernahme des Vorsitzes der Spielgemeinde durch Rektor Korte. Einschaltung der Straßenbeleuchtung im März. Backsteinstutenfest. Rede des Bundestagsabgeordneten Dr. Bleiß zur Landtagswahl auf einer Wahlkundgebung der SPD. Einweihung eines Mahnmal für die Toten.

1955 Regierungspräsident Dr. Galle bei Kreisjägertreffen. Backsteinstutenfest. Willi Hucke zum neuen Vorsitzenden des Ortsbundes gewählt. Verhandlungen des Geschäftsführers der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer mit Nettelstedter Landwirten über die Aussiedlung aus der beengten Dorflage, wenig Erfolg. Umbau der Mindener Kreisbahn auf die Spurbreite der Bundesbahn, keine Dampfloks mehr.

1956 Gründung des Rassegeflügelzuchtvereins.

1957 Einstellung des Verkehrs auf der Strecke der MKB von Minden nach Lübbecke

1960 Bau der Nettelstedter Kirche

1961 Nettelstedt wird selbstständige Kirchengemeinde. Abriss der alten Kapelle an der B 65.

1963 Cajus Caesar kommt als Förster nach Nettelstedt, Pensionierung 1990

1965 Umwandlung der Wandschutzgenossenschaft in die Waldwirtschaftsgenossenschaft.

1966 Die Sparkasse Lübbecke eröffnet eine Geschäftsstelle in Nettelstedt. Einbau der Orgel in der Kirche. Schulerweiterungsbau für die Volksschule.

1970 Bau und Einweihung der Friedhofskapelle

1973 Gebietsreform, Nettelstedt wird Ortsteil der Stadt Lübbecke, Minden wird Kreisstadt.

1974 Neubau von Gemeindehaus und Kindergarten.

1975 Volksschule wird zur Grundschule

1980 Landschaftsplan Bastau/Wickriede für das 10780 ha große Moorgebiet. Am 30.06.1980 wird das Kinderheim geschloßen.

1983 Neubau der Sparkasse Minden-Lübbecke unter dem Namen „Technisches Zentrum“

1985 letzte Jagd in Nettelstedt (Revier ca. 150 ha)

1992 Gartenbauverein stellt Schilder auf „Willkommen in Nettelstedt“

1994 Für einen Tag war Nettelstedt um einen Ortsteil ärmer: auf dem Aspel wurde der Freistaat ausgerufen und damit gleichzeitig eine Wette zweier Nettelstedter Bürger eingelöst. 400 Gäste kamen zum 25. Geburtstag der Garten- und Blumenfreunde Nettelstedt. Der Wittekindshof übernimmt das ehemalige Kinderheim in Nettelstedt.

1995 Anbau von 2 Klassenräumen an das Pädagogische Zentrum der Grundschule, die 1966 gebauten Klassenräume waren wegen Baufälligkeit abgerissen worden.

1998 Anlage des Dorfplatz auf dem Gelände der ehemaligen Kapelle, Aufstellen des Findlings.

1999 Erstellung eines Dorfentwicklungsplanes für den alten Ortskern nördlich der B 65

2003 Durch eine Spende der NRW-Stiftung ist es der Freilichtbühne möglich, die Tribüne umzubauen und eine neu Bestuhlung für die Zuschauer anzuschaffen. Es sind jetzt Einzelsitze vorhanden.

2004 Zerstörung der früheren Gaststätte „Waldfrieden“ auf dem „Ölberg“ durch Brand. Arbeitseinsatz der Dorfgemeinschaft Nettelstedt für die Erhaltung und Pflege der dörflichen Anlagen, Unverständnis für Vandalismus. Verbesserung der Schulsituation durch Baumaßnahmen, Mehrzweckraum für die Grundschule Nettelstedt. Forderung nach Anlage eines Fußgänger-Überweges auf der B65 in Höhe des Nettelstedter „Penny“- und „Jibi“-Marktes durch die CDU-Fraktion. Umbauten auf ehemaligem Heitmeyer-Gelände stocken  Investor muss drei Gutachten vorlegen  Linksabbiegespur an der B65 geplant Freude für die Nettelstedter Grundschüler durch die neue Kletterspinne. „Frühschicht auf Schalke“, fußballbegeisterte Nettelstedter waren in Gelsenkirchen. Nettelstedter Karlheinz Komm vollendete sein 70. Lebensjahr (Regisseur, Autor, Dramaturg, Schauspieler). Neue Aussichtstürme am Rand des Torfmoores. „Use Willi wet 70, man kann’t nit gläben“, Nettelstedter Original (Willi Siebeking) feiert Geburtstag.

2005 Einbruch in die Sparkassenfiliale. Baumaschinen im Großen Torfmoor, umfangreiche Entbirkungs- und Wiedervernässungsmaßnahmen. Plan für eine neue Fußgängerampel für die B 65, Entschärfung der Situation für Fußgänger in Höhe des Penny-Marktes und des Jibi-Marktes. NABU bemüht sich um den Hof Kleine (Moorschutzhof) in Nettelstedt. Der Hof wird zur Zeit vom Amt für Agrarordnung zum Kauf angeboten. Aus finanziellen Gründen konnte der Hof bisher nicht übernommen werden. Ein Moormuseum und ein Informationszentrum auf der Hofstelle zu errichten, ist aber nach wie vor das Ziel des NABU. Aufstellung eines Maibaums, 16 Vereinswappen am Nettelstedter Maibaum  Feier am Kapellenplatz. Kreismeisterschaften im Fahrsport. Offizielle Freigabe des Radweges an der Kreisstraße 15, 21 Jahre sind ins Land gegangen, seitdem erstmals über einen Radweg an der Kreisstraße 15 in Nettelstedt gesprochen wurde. Bebauungsplan „Südlich Ravensberger Straße“, das ehemalige Gelände der Polstermöbelfabrik Heitmeyer kann bebaut werden. Schwerer Hagelschauer über Nettelstedt. Schwerer Verkehrsunfall auf der B65, ein Fahrrad- und ein Motorradfahrer verunglückten tödlich. Besuch des Torfmoores duch Regierungspräsidentin Thomann-Stahl. Erstes Nettelstedter Ballonfest. Erstes gemeinsames Erntedankfest der Dorfgemeinschaft Nettelstedt und der Evangelische Kirchengemeinde. Goldene Ehrennadel für Willi Kottkamp, der Vorsitzende des TuS Nettelstedt feierte seinen 70. Geburtstag. Übergaben eines Spielehauses durch den Förderverein der Grundschule. Volker Arning jetzt Vorsitzender des TuS Nettelstedt  Willi Kottkamp Ehrenmitglied. Verabschiedung von Gerd Hensel als Hausmeister der Sporthalle Nettelstedt in den Ruhestand. Einbruch in Lagerhalle, Diebstahl von Kühlschränken, Herden und Waschmaschinen.

2006 Bürgerversammlung zur 975-Jahrfeier. Eine Insel für Fußgänger, Kreuzungsbereich B 65/Landwehrbrink soll sicherer werden. Jürgen Engelking als neuer Vorsitzender des Tennisclub Nettelstedt nach Ebmeyer-Rücktritt. Dorfgemeinschaft Nettelstedt als Dachorganisation für alle Gruppen und Bürger, Dorfgemeinschaft als Verein gegründet. Ehrung von Friedrich Lübbert mit Bundesverdienstmedaille. Unternehmen Schrewe stellt Insolvenzantrag. Investitionen in den „Waldfrieden“ im Wiehengebirge, Ein Ausflugslokal soll entstehen. Mehr Sicherheit für Fußgänger, Landesbetrieb baut Querungshilfe an der B 65. 20-jähringes Jubiläum der Bautischlerei Innenausbau Bernd Hannemann. Pastor Müller verlässt Nettelstedt, für die seelsorgerliche Betreuung der Kirchengemeinde Nettelstedt in der nächsten Zeit wird vertretungsweise durch Pfarrer der Nachbargemeinden und durch vom Superintendenten entsandte Pfarrer gesorgt. Rücktritt des Vorsitzendes des CDU-Stadtverbandes, Dr. Wolfgang Dehne (Nettelstedt) Feuer im Pferdestall eines Hauses an der Husener Straße. 50-jähriges Jubiläum des RGZV Nettelstedt. Neuer Pächter unter altem Namen, Christian Detert eröffnet Gasthaus in Nettelstedt, Früher Diekmann. Um- und Anbaumaßnahmen für das Feuerwehrgerätehaus kurz vor dem Abschluss. Jubiläum des Frauen-Abendkreises. Bekleidungshersteller Hucke stellt Insolvenzantrag, Hucke-Beschäftigte bangen um ihre Jobs. Modell der Nettelstedter Kapelle, Friedrich Lübbert hat es erstellt. 80. Geburtstag von Wilhelm Arning, ein Urgestein des TuS Nettelstedt und der Freilichtbühne.

….wird fortgesetzt

Veröffentlicht am 29. November 2009 | Abgelegt unter |