Westfälische Vielfalt

Zahlreiche Aktive aus der Region sorgen für viel Spaß und schwungvollen Abend

Lübbecke. Westfalen gelten landläufig als sehr stur und ohne Sinn für jeglichen Humor. Weit gefehlt, wie jetzt einmal mehr deutlich wurde. Gut gelaunte Zuschauer, begeisterte Musiker und humorvolle Komödianten räumten beim Westfälischen Abend in der Lübbecker Stadthalle mit diesen Vorurteilen auf.  Längst hat die Veranstaltung Tradition und ist aus dem jährlichen Kulturkalender kaum mehr wegzudenken. Draußen ziehen dunkle Wolken über das Lübbecker Land hinweg, zeitweise regnet es, ein frischer Wind fegt durch die Häuserreihen und pustet auch die letzten, bunt gefärbten Blätter von den Ästen – ideale Bedingungen also für einen gemütlichen Abend auf dem heimischen Sofa. Wäre da nicht der Westfälische Abend in der Stadthalle gewesen. Dieser garantierte nämlich wieder jede Menge Kurzweil und allerbeste Unterhaltung. Eine ideale Gelegenheit, um der tristen Novemberstimmung ein Schnippchen zu schlagen und in einen echten “Indian Summer” mit all seinen Schönheiten zu entfliehen.

Und den zauberten die Musiker des Akkordeonorchesters Lübbecke mit ihrem schwungvollen “Black Bottom” in die Stadthalle. Das einleitende Stück hätte von den Musikern nicht besser gewählt werden können, schwungvoll ging es also gleich von Beginn an in den Westfälischen Abend. Der gemischte Volkschor Gehlenbeck, unter der Leitung von Bernhard Feldkötter, knüpfte gern an das zuvor Gehörte an und übertrug mit seinen volkstümlichen Stücken “Singen mit Freunden” und “Es strahlt die Welt” Lebensfreude und Spaß an der Musik.

Danach waren die Nachwuchsschauspieler der Spielgemeinde Nettelstedt mit dem ersten Sketch an diesem Abend an der Reihe. Niklas Öwermann, Moira Metje, Maximilian Moritz und Fiona Metje zeigten dem Publikum Parallelen zwischen der Oma im Altenheim und der alten Schachtel eines Antiquitätenhändlers auf. In so manch’ einem Gesicht waren auch während des folgenden Auftritts des Männergesangvereins Lübbecke – dieser hatte Stücke wie “Santa Maria”, “Gipsy” oder “Chianti-Wein” mit in die Stadthalle gebracht – noch tiefe Lachfalten erkennbar.

Mit einer farbenprächtigen Bühnenshow ging es nach der wohl verdienten Pause schließlich in die zweite Programmhälfte. Die Vertreter des BSC Blasheims entführten ihre Zuschauer zu einer herrlich-komischen Apres Ski-Party mit viel Musik, Tanz und noch mehr Humor.

Die BSC-Gruppe setzte mit ihrem der aufwändig inszenierten Bühnenstück “Ich liebe den Schnee” einen der Höhepunkte an diesem Abend. Und wenn Moderator Friedhelm Diekemper mit der Folkloregruppe “Repe” einen weiteren Höhepunkt des Westfälischen Abends ankündigte, so hatte er gewiss nicht übertrieben. Auch die Lehrercombo überzeugte mit stimmungsvollen Instrumentaleinlagen. Der letzte Teil des Abends gehörte standesgemäß den Bläserinnen und Bläsern des Schützen Musik-Corps Lübbecke.


Stimmungsvoll: Die Musikerinnen und Musiker der Instrumental-Formation “Repe” nahmen ihre Zuhörer mit in den Westen der USA und nach Irland.


Sportlich: Die Turnerinnen des BSC Blasheim begeisterten.


Schlittentanz: Auch die jüngsten Mitglieder des BSC Blasheim zeigten beim Westfälischen Abend eine ausgefallene Einlage.


Wintervergnügen: Das Stück “Ich liebe den Schnee” von den Darstellern des BSC Blasheim machte Lust auf die kalte Jahreszeit.

Text und Fotos: Patrick Menzel

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 21. November 2007 | Abgelegt unter Freilichtbühne |