“Was man kennt, schützt man auch”

Gestern Tag der offenen Tür beim Moorschutzhof / Mit Fernglas auf Erkundungstour

Lübbecke-Nettelstedt. Welche Tiere leben im Torfmoor? Warum werden Birken aus dem Moor entfernt? Und: Wie fühlt sich das Moor eigentlich an? Antworten auf diese Fragen erhielten Besucher des Moorschutzhofes gestern beim Tag der offenen Tür. Der Naturschutzbund (NABU), Kreisverband Minden-Lübbecke, hatte zum Moorschutzhof eingeladen, um seine Arbeit im Großen Torfmoor vorzustellen. Wolfgang Sack, Leiter des LIFE-Natur-Projekts “Regeneration Großes Torfmoor” stellte sich den Fragen.

LIFE-Natur-Projekte dienen dem Schutz und der Entwicklung wertvoller Lebensräume in Europa. Die Europäische Union fördert diese Projekte finanziell zur Hälfte. Die andere Hälfte trägt im Fall des Großen Torfmoores das Land NRW. Bis Mai 2008 stehen 1,8 Millionen Euro für die Regenerierung des 550 Hektar umfassenden Hochmoores und die Entwicklung moortypischer Flora und Fauna zur Verfügung.

“Birken sind keine moortypischen Pflanzen”, erklärt Sack. Die Samen verbreiten sich leicht und finden im Moor viel Wasser, um sich zu entwickeln. Dadurch trinken die Bäume das Moor leer und müssen entfernt werden, um das Moor feucht zu halten. “Die Moorschnucken fressen die frischen Birkenpflanzen. So können keine Bäume mehr wachsen.” Ein Schäfer aus Hüllhorst hat den Stall und das Lager des 1998 eröffneten Moorschutzhofes gepachtet und lässt seine 900 Moorschnucken im Feuchtgebiet weiden.

Mit Ferngläsern ausgestattet, begaben sich die Naturinteressierten Gäste zum Moor-Erlebnis-Pfad und erfuhren, dass die freiwilligen Helfer des NABU Wanderwege angelegt haben, die das Torfmoor als Dämme umrahmen. Sie stauen das Wasser und halten das Moor feucht.

Der Erlebnis-Pfad führt zu acht Stationen, an denen Wanderer Wissenswertes über das Moor erfahren kann. Die Station “Moormatschkuhle” bietet die Möglichkeit, Torf mit Füßen und Händen zu spüren.

“Was man kennt, schützt man auch”, sagt Sack. Dann entdeckt er im Pfeifengras sitzende Graugänse, und auf einem der Seen schwimmt ein Schwarm Lachmöwen, der sich aufgrund der Nahrungsvielfalt im Großen Torfmoor wohl fühlt.

Drei Aussichtstürme bieten Wanderern einen Überblick über die Schönheit des Hochmoores zwischen Wiehengebirge und Mittellandkanal.


Infos rund ums Moor: Projektleiter Wolfgang Sack (Mitte) erklärt beim Spaziergang durch das Große Torfmoor, welche Maßnahmen die freiwilligen Helfer des Naturschutzbundes (NABU) zur Regeneration des Hochmoores ergriffen haben.

Text und Foto: Bianca Krumme

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 30. April 2007 | Abgelegt unter Allgemein |