Viele Bürger erbost über marode Straßen

Für Reparatur fehlt das Geld – Querungshilfe gefordert

Von Erwin Eisfeld
Nettelstedt (WB). Eigentlich ist die Welt in Nettelstedt noch in Ordnung. Wenn da nicht das Problem mit maroden Straßen wäre. Darauf wiesen Bürger beim Ortsteilgespräch mit der Bürgermeisterin hin. Es war die fünfte Etappe, die Susanne Lindemann am Mittwochabend nach Nettelstedt führte. Rund 30 Bürger waren ins Sportlerheim gekommen, um aus erster Hand Neues von der Stadt Lübbecke zu hören – aber auch, um selbst Fragen zu stellen.

Ganz schnell kristallisierten sich die Knackpunkte heraus: Die Nettelstedter sind mit dem Zustand ihrer Straßen nicht zufrieden. Oder anders formuliert, sie kritisieren offen die mangelnde Unterhaltung der Verkehrswege. »Früher wurden sie im Sommer immer gesplittet. Warum nicht auch in diesem Jahr?« wollte ein Bürger wissen. »Kann ich auch nicht sagen«, so die Bürgermeisterin, »aber ich kümmere mich darum«. Auch die B 65 sei teilweise in katastrophalem Zustand. Die obere Decke löse sich ab. Da dies nicht »Baustelle« der Stadt sei, werde man die Kritik an den Landesbetrieb Straßenbau weitergeben, so die Rathauschefin.


Solche Schlaglöcher dürfen eigentlich nicht wahr sein, sind es aber: wie hier in der Straße Am Denkmal sind viele Straßen in Nettelstedt stark beschädigt. Für eine Reparatur fehlt oft das Geld. Foto: Erwin Eisfeld

Um beim Thema B 65 zu bleiben: überall sind die Ortsdurchfahrten mittlerweile ausgebaut, nur in Nettelstedt nicht. Antwort der Bürgermeisterin: zwei Varianten sind dafür im Gespräch, bei einer ist Grunderwerb zu tätigen. Das ist teuer. »Der politische Raum ist jetzt gefordert. Zuerst muss aber man überlegen, welche Variante man favorisiert.« In diesem Zusammenhang wurde angeregt, in der Ortsdurchfahrt eine Geschwindigkeitsmesstafel aufzustellen. Die Stadt verfügt über zwei Geräte, die jedoch bis Jahresende ausgebucht sind. Danach kommt Nettelstedt an die Reihe, versprach Susanne Lindemann.


Dringend erforderlich ist eine Querungshilfe für Fußgänger über die B 65 zwischen den beiden Supermärkten Penny und Jibi. Foto: Eisfeld

Und noch einmal B 65: Warum müssen Anlieger Straßenreinigungsgebühren bezahlen? »Weil nicht alle Anlieger selbst fegen, und die Gehsteige nun einmal im Sinne einer einheitlichen Regelung sauber gehalten werden müssen.«

Auch die Überplanung des ehemals Heitmeyer’schen Geländes wurde angesprochen. Dort sollen bekanntlich die alten Fabrikhallen abgebrochen und ein neuer »Netto«-Supermarkt angesiedelt werden. Auf dem westlichen Geländeteil ist bereits der Modetreff Oldemeier ansässig. In diesem Zusammenhang soll auch eine Linksabbiegespur gebaut werden. Ist die Ansiedlung des Supermarktes in trockenen Tüchern, wollte ein Bürger wissen, schließlich habe der Stadtrat noch nicht entschieden. Beigeordneter Achim Wippermann beruhigte: »Die Beschlüsse zur Überplanung wurden bislang einstimmig gefasst. Gehen Sie mal davon aus, dass der Rat zustimmen wird.«
Wie geht es mit dem früheren Gasthaus Duffe im Ortskern weiter, wurde gefragt. Eine heikle Frage, auf die die Bürgermeisterin nur verhalten antwortete. »Es laufen Verhandlungen, wir sind auf einem guten Weg und in Kürze wird etwas passieren«, kündigte sie an. Frau Lindemann bestätigte, dass es für das alte Gasthaus eine Abbruchgenehmigung gibt.

Schließlich wollte noch jemand wissen, ob die Stadt das 950-jährige Dorfjubiläum in zwei Jahren finanziell unterstützen wird, etwa bei der Ausrichtung der Festwoche oder bei der Erstellung der Dorfchronik. »Zusagen kann ich hier leider nichts, Sie können aber Anträge stellen«, empfahl sie den Nettelstedtern.

Quelle: Lübbecker Kreiszeitung – Westfalen Blatt

Geschrieben am 31. August 2006 | Abgelegt unter Allgemein |