Wanderwege im Großen Torfmoor erneuert / Attraktivität des Gebiets steigern

Lübbecke / Hille (mt). Die Wanderwege im Großen Torfmoor sind erneuert worden. Da schlechtes Wetter drohte, haben die Arbeiter Überstunden gemacht und sind vorzeitig fertig geworden. Erst Ende August war mit den Arbeiten begonnen worden. In der Bauphase waren einige Bereiche für die Besucher gesperrt. Auf diese wartet nun im Bereich des Aussichtsturms auf Hiller Gebiet ein 270 Meter langer neuer Bohlenweg aus dickem Lärchenholz. Hier wurde auf die Lagerhölzer noch Folie gelegt, so dass diese nicht mehr so schnell verrotten. Die Hölzer sind nun außerdem verschraubt.
Reicht das für die nächsten Jahrzehnte? So lange kann man im Moor nicht planen, aber “für die nächsten Jahre sollten wir nun Ruhe haben”, sagt Diplom-Biologin Susanne Belting vom gleichnamigen Planungsbüro. Schließlich seien die Wege im Großen Torfmoor stark der Witterung ausgesetzt und werden von zahlreichen Wanderern und Radfahrern beansprucht. Um Bretter auszutauschen, muss man nun nicht mehr an den Unterbau gehen. Die Gestaltung des Weges ist angelehnt an den Naturerlebnispfad.
500 Meter lang ist der hinter dem Bohlenweg gelegene neue Hackschnitzelweg. Der Untergrund besteht aus so genannten Geozellen. Das ist eine neue Methode, bei der schadstofffreie Kunststoffzellen wie ein Gitter angelegt und mit Schotter verfüllt werden. Die Biologin: “Auf diesem Untergrund können die Hackschnitzel gut trocknen.” Das Ganze lasse sich auch ohne weiteres wieder entfernen, dadurch sind die Folgekosten weniger hoch. Susanne Belting macht klar, dass es gerade im Moor um einen sensiblen Umgang mit den Materialien geht. Die aufgebrachten Stoffe müssen neutral reagieren. Normaler Bauschutt eigne sich nicht zum Verfüllen, da das Milieu des Naturschutzgebietes nicht verändert werden soll. “Mit den Maßnahmen haben wir die Attraktivität des Torfmoors gesteigert”, ist sich Diplom-Biologin Susanne Belting sicher. So habe es bereits begeisterte Reaktionen von Spaziergängern gegeben. Insgesamt sind für die Bauarbeiten 70 000 Euro ausgegeben worden.
Die Kosten liegen relativ hoch, da schwere Baumaschinen das Moor nicht befahren können. “Das meiste wird von Hand eingebracht.” Auch die neuen Schotterwege auf Eilhauser Gebiet entstanden in Handarbeit. Hier hatten morsche Bohlen gelegen, die Wege waren matschig. Nun gelangen die Spaziergänger wieder trockenen Fußes durch das Moor.
“Die so erhöhten Wanderwege haben auch eine Staufunktion”, erklärt Susanne Belting – das Wasser kann nicht aus dem Moor heraus. Somit wird auch die Wiedervernässung, die Teil des LIFE-Natur-Projekts ist, unterstützt. Im Zuge der Wiedervernässung konnten zahlreiche wertvolle Pflanzen- und auch Tierbestände erhalten bleiben.

Nicht schaurig, sondern schön: Die Spazierwege, die um das Große Torfmoor herumführen wurden jetzt erneuert. Hier verlegen zwei Arbeiter die so genannten Geozellen, die mit Schotter verfüllt werden und auf die dann Hackschnitzel aufgebracht werden.

Neue Wege: Susanne Belting auf dem Bohlenweg.

Leichtes Geläuf: Angenehm weich geht es sich auf dem Hackschnitzelweg.
Text und Fotos: Claudia Hyna
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke