Stadtbrandmeister löscht aufflackernde Kritik

Einige Nettelstedter hatten sich Neubau gewünscht / Umbau des Feuerwehrgerätehaus dauert länger als geplant

Lübbecke-Nettelstedt. So schnell, wie es für die Feuerwehr sprichwörtlich ist, liefen die Bauarbeiten am Gerätehaus der Nettelstedter Löschgruppe nicht. Im Sommer sollte der Umbau beendet sein, jetzt wird es wohl Anfang November werden, bis die Nettelstedter zur Einweihungsfeier einladen können. Dafür liefen die Kosten nicht aus dem Ruder – im Gegenteil. Eingeplant waren 260.000 Euro, es bleibt wohl Geld übrig. Das kam bei städtischen Bauprojekten in Lübbecke in der Vergangenheit so gut wie nie vor.

Der Einsatz der Firmen beim Um- und Anbau des Gebäudes an der Grundschule dauerte länger als geplant, weil das Nettelstedter Baugeschäft Schrewe Insolvenz angemeldet hatte und eine neue Baufirma gefunden werden musste. Außerdem verzögerten ein harter Winter An fang 2006 und der Boom im Baugewerbe seit Mitte dieses Jahres die Arbeiten.

Und ein paar Mal haben die 22 aktiven Kameraden um Löschgruppenführer Ralf Wellpott noch ein paar Sonderwünsche nachgeschoben wie eine breitere Tür oder das Fliesen der alten Halle. Auch die Planungen hatten anfangs länger gedauert, so dass sich auch der Baubeginn verzögert hatte.

“Privat baut man eben schneller und anders”, löscht Stadtbrandmeister Christoph Stallmann aufflackernde Kritik. “Wenn die Stadt die Bauleitung selbst macht”, ergänzt Helmut Windhorst vom Bauamt, “müssen eben viel mehr Vorschriften beachtet werden – zum Beispiel bei Ausschreibungen.”

Bei dem Projekt meldeten sich Kritiker von Anfang an. Einige Nettelstedter hätten es lieber gesehen, wenn an Stelle des alten Feuerwehrgerätehauses, das in Teilen der Grundschule untergebracht ist, ein neues gebaut worden wäre. Doch dieser Plan wurde schnell verworfen -zu teuer! Ordnungsamtsleiter Rolf Kleffmann rechnet vor: “Für einen Neubau hätten wir 150.000 Euro mehr ausgeben müssen.” Bei dieser Rechnung war die Idee schnell vom Tisch, zumal die Stadt das Geld ohne nennenswerte Zuschüsse selbst aufbringen muss.

Aber warum musste überhaupt an- und umgebaut werden? “Wegen der Fahrzeughalle”, erklärt Stallmann. Der Mannschaftswagen und das Löschgruppenfahrzeug standen hintereinander in der alten Halle, was laut Brandschutzbedarfsplan nicht sein darf. Deshalb musste eine neue Halle angebaut werden. Während der Bauphase war ein Fahrzeug zeitweise ausquartiert – aber immer einsatzbereit.

Jetzt gibt es einen Zwischentrakt zwischen alter und neuer Halle, neue Umkleideräume und Toiletten. Aufenthaltsraum und Küche wurden renoviert, Türen versetzt und neue Zugänge geschaffen. Im Obergeschoss ist jetzt die zentrale Feuerwehr-Kleiderkammer untergebracht, die von Lübbecke nach Nettelstedt gezogen ist. Hinter dem Gerätehaus haben die Kameraden bald einen befestigten Platz, den sie selbst pflastern wollen.

Im Übrigen haben die Freiwillige Feuerwehrleute kaum Hand am Bau angelegt. Kleffmann: “Wir wollten das Projekt bewusst ohne Eigenleistung verwirklichen, denn wir strapazieren das Ehrenamt nicht über. Wir wollten ein schönes Umfeld schaffen und gleichzeitig optimale Einsatzbereitsschaft sicher stellen.”


In einem Zug: Corinna Lösking und Uwe Stallmann reinigen die alte Fahrzeughalle, die neu gefliest wurde. Geliefert werden müssen noch die Spinde für die neuen Umkleideräume.


In einer Reihe: Links ist die neue Fahrzeughalle zu sehen, die durch einen Zwischenbau mit der alten verbunden wird. Im Hintergrund ist das Grundschulgebäude zu erkennen.

Text: Kerstin Kornfeld

Fotos: Hans-Günther Meyer

Quelle: Neue Westflische Lübbecke

Geschrieben am 19. Oktober 2006 | Abgelegt unter Feuerwehr |