Polizei stellt Maschen der Trickdiebe vor

Senioren fallen auf vorgetäuschtes Vertrauen herein

Nettelstedt (WB). Senioren sind bevorzugte Opfer von Dieben. Deshalb hat der Sozialverband Nettelstedt die Polizei eingeladen, um aus erster Hand mehr über die Tricks der Diebe und Betrüger zu erfahren. Und alle waren überrascht, wie einfach es doch manchmal ist, gerade ältere Leute um ihr Erspartes zu bringen. Dabei heißt es im Grunde genommen nur, eine gewisse Vorsicht walten zu lassen und mit dem Vertrauen und der Hilfsbereitschaft zu fremden Menschen gegenüber äußerst zurückhaltend umzugehen, so die beiden Experten von der Abteilung Vorbeugende Kriminalität, Michael Wehrmann und Bernd Oevermann.
Es sind im Grunde genommen nur ganz wenige Tricks, die schauspielerisch begabte Diebe und Betrüger anwenden: Sie bitten um Hilfe oder eine kleine Gefälligkeit, täuschen Amtspersonen vor oder behaupten einfach, der oder die gute Bekannte zu sein. Dabei bedienen sie sich auch gern irgendwelcher »Ausweise« Es werden auch angebliche Notlagen vorgetäuscht oder sie geben sich hilflos.

Die Polizisten Bernd Oevermann (rechts) und Michael Wehrmann demonstrieren, wie schnell man seine Handtasche »los« sein kann. Die Mitglieder des Sozialverbandes Nettelstedt waren überrascht.

Verständigungsprobleme können diesen Eindruck noch verstärken und oftmals wollen Frauen mit Kindern Mitleid erregen. Alle Diebe verfolgen dabei nur ein Ziel: Die Haustür soll offen stehen und bleiben, damit die Täter in die Wohnung kommen und dort, eventuell unter Ablenkung durch eine zweite Person, an die Wertsachen in der Wohnung zu kommen. Es sind aber auch windige Geschäftemacher unterwegs, die von Haustür zu Haustür ziehen, um Aufträge zu bekommen, die dann nicht oder nur in geringer Qualität ausgeführt und sofort abkassiert werden. Hier der Tipp der Polizei: Unterschreiben nur, was auch verstanden wird oder Zeit lassen mit der Unterschrift und erst bei Verwandten oder Bekannten um Rat fragen. Jeder ehrliche Unternehmer wird die Vorsichtsmaßnahme verstehen und zum vereinbarten Termin wieder kommen. Zum Schluss der von den beiden Beamten sehr engagiert vorgetragenen Beispiele noch ein wichtiger Hinweis der beiden Polizisten Bernd Oevermann und Michael Wehrmann: »Wir sind immer für Sie da. Aber wirksamer Schutz vor Straftaten ist nicht allein Sache der Polizei, sondern geht uns alle an. Wer aber die Gefahren kennt, kann viele Risiken ausschließen.«

Artikel vom 16.07.2009

Quelle: Lübbecker Kreiszeitung – Westfalen Blatt

Geschrieben am 17. Juli 2009 | Abgelegt unter Sozialverband |