Schüler warten 90 Minuten lang

Eltern wollen Änderung der Buszeiten

Von Kathrin Kröger
Nettelstedt (WB). Morgens kommt der Bus etwa 45 Minuten zu früh, mittags 45 Minuten zu spät – beim Ortsteilgespräch in Nettelstedt haben Eltern ihrem Ärger Luft gemacht. Sie fordern eine Anpassung der Busabfahrtzeiten an die Schulzeiten der Jahn-Realschule und des Wittekind-Gymnasiums.Der Unmut bei den Eltern ist so groß, dass sich mittlerweile ein Initiativkreis »Pro Fahrschüler Nettelstedt« gebildet hat. Wortführer beim Ortsteilgespräch waren Claudia und Frank-Peter Dirschauer. »Bereits um 6.40 Uhr fährt der Bus ab Nettelstedt nach Lübbecke, so dass die Kinder eine Stunde früher aufstehen müssten als nötig. Zwangsläufig fahren viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule oder die Kinder fahren mit dem Rad«, schilderte Dirschauer das Hauptproblem.
An Bürgermeisterin Susanne Lindemann hatte sich der Initiativkreis im Vorfeld mit einem Schreiben gewendet. Sie beklagen darin, dass die Schüler durch die ungünstigen Buszeiten täglich mindestens 90 Minuten mit Warten zubringen müssten. Lindemann sicherte ihre Unterstützung zu.
So werde es am 21. Oktober ein Gespräch mit dem Landrat sowie dem Geschäftsführer der Mindener Kreisbahnen GmbH (MKB) geben, die für den Transport der Schüler zuständig ist. »Versprechen kann ich allerdings nichts.« Die Stadt könne lediglich Vorschläge machen, das Sagen hätten in diesem Punkt Bezirksregierung und Kreis. Die Stadt würde jedoch das Bestmögliche versuchen, um die Situation zu verbessern. Die Anfangszeiten des Unterrichts nach hinten zu verschieben, ist eher Notlösung.
Frank-Peter Dirschauer regte an, ein anderes Unternehmen als die MKB mit der Beförderung der Schüler zu beauftragen. Lindemann reagierte verhalten: »Wir müssen darauf achten, dass nicht die Gesamtanbindung in Lübbecke gefährdet wird.« Es müssten genug Busse zur Verfügung stehen.
Die frühen Abfahrtzeiten in Nettelstedt entstünden, weil die Fahrt vom Busbahnhof in Lübbecke nach Espelkamp weiterginge, wo Schüler pünktlich zum Unterricht müssten. »Lübbecke kommt dabei am schlechtesten weg«, sagte Lindemann. Wenn das Gespräch im Oktober negativ verlaufe, sei zu überlegen, ob die Stadt Geld investiere und eine zusätzliche Buslinie schaffe.
Claudia Dirschauer (E-Mail: Fahrschueler@Nettelstedt.net) sagte: »Wir sind optimistisch gestimmt.«

Artikel vom 25.09.2008
Quelle: Lübbecker Kreiszeitung – Westfalen Blatt

Geschrieben am 25. September 2008 | Abgelegt unter Allgemein, Schule |