Tischler mit Leib und Seele

Wilhelm Schrewe feiert heute seinen 90. Geburtstag in Nettelstedt

Lübbecke-Nettelstedt (hgm). Wilhelm Schrewe hat sich seine Lebensfreude und geistige Frische bis ins hohe Lebensalter erhalten. Heute wird der fest mit Nettelstedt verwachsene Senior 90 Jahre alt.Den runden Geburtstag wird Wilhelm Schrewe im Kreis seiner Verwandten und Bekannten zu Hause an der Husener Straße 12 feiern. Natürlich freut er sich auch auf Gratulanten aus der Nachbarschaft.

Wilhelm Schrewe und seine Frau Marie legen Wert auf ein schönes und gepflegtes Heim. Bis vor vier Jahren war Wilhelm Schrewe oft bei der Arbeit im Nutz- und Ziergarten anzutreffen. Aus gesundheitlichen Gründen musste er dann die Gartenarbeit aufgeben. „Ich gehe aber heute noch gerne nach draußen, setze mich auf die Bank und schaue in die Natur“, erzählt der Jubilar. Wilhelm und Marie Schrewe sind Mitglieder des Vereins der Garten- und Heimatfreunde Nettelstedt und pflegen ein gutes Verhältnis zu Ortsheimatpfleger Wilhelm Siebeking und seiner Frau Martha.

Dass Martha Siebeking regelmäßig vom Nettelstedter Gottesdienst Tonbänder vervielfältigt und die Kassetten Senioren wie Wilhelm und Marie Schrewe zur Verfügung stellt, ist ein Stück Nächstenliebe und zeugt von der guten Dorfgemeinschaft.

„Innerhalb von 13 Tagen gibt es in unserem Dorf drei 90. Geburtstage zu feiern“, freut sich Wilhelm Siebeking.

Eine Besonderheit sind vor allem die zeitlich nahe zusammen liegenden 90. Geburtstage von Wilhelm und Marie Schrewe. Marie Schrewe kann diesen Nullgeburtstag nämlich wenige Wochen nach ihrem Mann am 4. Oktober feiern. „Mal sehen, ob ich für meinen Geburtstag noch einen Saal bestelle“, sagt die Seniorin, die voller Unternehmungslust steckt, und lacht.

Das Ehepaar empfindet es als Gnade Gottes, gemeinsam bis ins hohe Alter zusammen sein zu dürfen. Ihre Diamantene Hochzeit ist schon wieder dreieinhalb Jahre her.

Wilhelm Schrewe wurde am 2. September 1919 in Nettelstedt geboren. Nach der Volksschulzeit absolvierte er eine Tischlerlehre. Im Oktober 1940 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Bis 1943 war der Jubilar in Norwegen stationiert und wurde 1944 an die Ostfront in Russland versetzt.

Er geriet in russische Gefangenschaft, aus der er 1945 nach Hause zurück kehrte. Im Berufsleben war Heinrich Schrewe mit Leib und Seele Tischler. Eine besonders lange Zeit seines Arbeitslebens war der Jubilar in einem Betrieb in Eickhorst beschäftigt. Nach 32 Jahren in der Firma Schulmöbel Hucke wechselte er 1982 in den Ruhestand.


Am Wiehen geboren:
Wilhelm Schrewe. FOTO: HGM

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 2. September 2009 | Abgelegt unter Allgemein |