Schauspieler und Handball-Pionier

Nettelstedt trauert im Wilhelm Arning

Nettelstedt (Kru). Willi Arning ist tot. Er verstarb am vergangenen Donnerstag im Alter von fast 83 Jahren.

Der gebürtige Nettelstedter bewies über viele Jahrzehnte, dass Sport und Kultur in einem Atemzug genannt werden können. Denn: Sein Name war eng mit dem Werdegang des Handballs und dem der Freilichtbühne verbunden.

Der ehemalige Verwaltungsamtsrat der AOK Minden-Lübbecke wurde nicht umsonst als »lebendes Inventar« der Spielgemeinde in Nettelstedt und sogleich als unermüdlicher Kämpfer für den Handball in seinem Heimatdorf bezeichnet.Arning, der am 5. Dezember 1926 im Nettelstedter Ortsteil »Auf der Horst« geboren wurde, entdeckte schon in jungen Jahren seine Liebe für die Schauspielerei und den Handball.
Die Schauspielerei war ihm praktisch in die Wiege gelegt worden, denn auch seine Eltern waren damals als Laienschauspieler auf dem Hünenbrink aktiv. Viele Jahrzehnte war Wilhelm Arning seiner Freilichtbühne verbunden, spielte dort in diversen Hauptrollen, übernahm aber auch im Hintergrund die Aufgabe des Spielleiters.
Sein Vater führte Wilhelm Arning aber nicht nur zur Freilichtbühne, sondern auch zum Handball. Und das schon Jahre, bevor in Nettelstedt der erste Ballwechsel erfolgte. Damals schaute er sich Spiele in Hüllhorst und Büttendorf an und fand sofort Gefallen an diesem Sport. Später dann, mit der Geburtsstunde des Handballs in Nettelstedt, trat er sofort dem Vorgänger des heutigen TuS Nettelstedt, dem TV Jahn Nettelstedt bei. Und Arning erlebte den großen Aufschwung in seinem Heimatdorf hautnah mit. Insbesondere die erfolgreichen Jahre Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger, als Europapokal und Deutscher Pokal nach Nettelstedt geholt wurden. Bei den Bundesligaspielen war er zumeist als Zeitnehmer im Einsatz. Er gehörte dem Vorstand an und war die rechte Hand von Abteilungsleiter Wilhelm Kottkamp. Obwohl als Bundesliga-Funktionär angesehen, sah sich Wilhelm Arning stets nur als normales Vereinsmitglied – als ein Handballer unter vielen. Allerdings ein Vorzeige-Handballer, dem insbesondere die Jugend am Herzen lag. Was er eigentlich nur vorübergehend machen wollte, wurde zu einer langjährigen Aufgabe. Mehr als ein viertel Jahrhundert war er im TuS Nettelstedt als Jugendwart tätig. Und danach? Da blieb er seinem Handball natürlich weiter verbunden – ob auf lokaler Ebene oder bei den Besuchen der Bundesligaspiele.
Mit Wilhelm Arning verliert Nettelstedt ein Stück seiner Identität.

Artikel vom 17.11.2009

Geschrieben am 17. November 2009 | Abgelegt unter Dorfgemeinschaft, Freilichtbühne, TuS Nettelstedt |