Schafe pflegen das große Torfmoor

Naturschutzjugend-Kindergruppe zu Besuch bei Schäfer Dirk Rösener / Showeinlage auf der Weide

Lübbecke (nw). Die NAJU (Naturschutzjugend)-Kindergruppe hat Schäfer Dirk Rösener besucht, der die Schäferei auf dem NABU Moorschutzhof in Nettelstedt betreibt.

Einleitend erklärte Carola Bartelheimer, die Leiterin der Kindergruppe, warum die Beweidung des Großen Torfmoores durch die Moorschnucken so wichtig ist. Die Schafe halten die Moorlandschaft offen, das heißt, sie fressen die Triebe und Schösslinge der Birken, die sich sonst unkontrolliert vermehren und mit ihren Wurzeln das Wasser aus dem Boden saugen würden, so dass das Moor im Laufe der Zeit austrocknen würde. Dann würden viele Tiere, die die feuchte Moorlandschaft als Lebensraum benötigen, hier nicht mehr existieren können.

Die Moorschnucken sind genügsam und widerstandsfähig und bestens an die Verhältnisse in der feuchten Moorlandschaft angepasst, erklärte Dirk Rösener. Hier im Stall sind jetzt im Winter die Mütter mit ihren Lämmern und die trächtigen Schafe. Der Rest der Herde ist noch draußen auf der Weide. Rösener hob eines der Lämmchen hoch, damit die Kinder es streicheln konnten. Es fühlte sich ganz weich und flauschig an, fanden die Kinder.

Gleich nach der Geburt bekommen die Lämmchen Ohrmarken, damit man jederzeit die Herkunft feststellen kann und weiß, in welchem Stall sie geboren wurden. Die ersten Wochen trinken sie nur Muttermilch, da diese sehr nahrhaft ist, wachsen die Lämmer sehr schnell. Später fressen sie dann, wie auch die erwachsenen Tiere, im Winter Heu und im Sommer weiden sie auf den Moorwiesen. Schafe sind Wiederkäuer, sie reißen die Nahrung mit ihrer beweglichen Oberlippe ab und schlucken sie ohne zu kauen. Erst später würgen sie die Nahrung wieder hoch und zermahlen sie mit viel Speichel zwischen ihren Schneidezähnen im Unterkiefer und der verhornten Kauplatte im Oberkiefer.

Die Schafe werden einmal im Jahr geschoren, meist zum Frühjahr, wenn es wärmer wird, denn im Winter können sie ihr wärmendes Fell gut gebrauchen. „Wer weiß denn, welche Produkte uns das Schaf außer der Wolle liefert und was daraus gefertigt wird?“, fragte Rösener. „Milch wird zu Käse, das Fleisch zu einem Braten und aus der Wolle werden Pullover oder Teppiche gefertigt“, wussten die Kinder.

Die Vorfahren der Schafe waren Mufflons, die in den Steppen Asiens lebten. Heute kommen unsere Hausschafe in fast allen Ländern der Erde vor, wobei mit Abstand die meisten Tiere in Australien leben. Sie sind Herdentiere und drängen sich bei Gefahr dicht zusammen. Da sie sich in der Herde am wohlsten fühlen, lassen sie sich auch gut von einer Weide zur anderen treiben, wenn sie diese abgefressen haben. „Dabei helfen mir meine beiden Hunde“, erzählte Rösener. Es sind spezielle Hütehunde, Bordercollies, die besonders ausdauernd und gelehrig sind. Zum Abschluss gab es eine „Showeinlage“ auf der Weide. Der Schäfer und seine beiden Hunde zeigten der NAJU-Kindergruppe, wie sie die Herde zusammentreiben oder einzelne Schafe absondern.

Die Gruppe trifft sich alle zwei Wochen mittwochs, 15.30 bis 17.30 Uhr, auf dem Gelände des NABU Moorschutzhof. Wunsch der beiden Betreuerinnen Carola Bartelheimer und Kerstin Seidel ist es, die Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren spielerisch an die Natur heranzuführen und das Interesse an Pflanzen und Tieren zu wecken – aber auch mal aktiv etwas für den Arten- und Naturschutz zu tun. Weitere Infos gibt es unter Tel. (0 57 41) 97 50.

Das ist aber weich: Schäfer Dirk Rösener hält ein Lamm auf dem Arm, das Silas, David und Leon streicheln dürfen.

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 23. Februar 2010 | Abgelegt unter Allgemein |