Pferd im Stall verbrannt

NW-Zusteller rettet Bewohner


Lübbecke-Nettelstedt. Beim Brand eines Stalles in Nettelstedt kam gestern Morgen ein Pferd ums Leben. Die Eigentümer hatten Glück im Unglück: Ein NW-Zeitungszusteller entdeckte gegen 2.40 Uhr die Flammen und weckte die schlafenden Bewohner, die sich so in Sicherheit bringen konnten. Sie retteten anschließend zwei weitere Pferde. Die 20 Jahre alte Stute “Welbi” kam in den Flammen um. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Wohngebäude verhindern. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 25.000 Euro.

Der 41 Jahre alte Bote hatte einen hellen Feuerschein im Bereich der Husener Straße bemerkt, und entdeckte den Brand im Pferdestall der Tierheilpraktikerin Kerstin Schröder. Nur wenige Minuten nach der Alarmierung waren die Löschgruppen Nettelstedt, Gehlenbeck und Eilhausen, sowie Kräfte der Lübbecker Wehr vor Ort. “Zu diesem Zeitpunkt stand der Stall bereits in vollen Flammen”, so Einsatzleiter Maik Entgelmeier. 56 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Die Arbeiten gestalteten sich schwieriger als zunächst angenommen. “Auf dem Dachboden lagerte trockenes Stroh. Mit einer Wärmebildkamera mussten wir überprüfen, ob sich Brandnester gebildet hatten”, so Stadtbrandinspektor Entgelmeier. Immer wieder loderten kleine Glutnester auf. Erst gegen 8 Uhr wurde Entwarnung gegeben.

Inzwischen ermitteln Experten der Mindener Kriminalpolizei. Sie schließen einen Defekt in der technischen Anlage des Stalles nicht aus. Hinweise auf Brandstiftung wurden nicht gefunden. Neben dem zerstörten Pferdestall wurden die Garage und die im Anbau untergebrachte Naturheilpraxis für Groß- und Kleintiere durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen. Auch Stunden nach dem Feuer konnte die Tierheilpraktikerin nicht fassen, dass eines ihrer Pferde in den Flammen umkam: “Wir haben Welbi vor eineinhalb Jahren von Tierschützern gekauft. Sie sollte einen schönen Lebensabend haben. Jetzt ist sie tot.”


In Schutt und Asche: Der völlig zerstörte Pferdestall an der Husener Straße.


Im Einsatz: Feuerwehrleute bahnen sich ihren Weg auf den Heuboden des Wohnhauses.


Gerettet: Die Pferde “Fräulein Errike und “Miro” konnten Dank des beherzten Eingreifens ihrer Besitzer rechtzeitig ins Freie getrieben werden.

Text: Patrick Menzel und Reinhard Günnewig

Fotos: Patrick Menzel

Quelle: Neue Westfälische

Geschrieben am 29. August 2006 | Abgelegt unter Allgemein, Feuerwehr |