Feuerwehr sucht Ertrunkenen, den es nicht gibt
Lübbecke (kor). Der Bordercollie-Labrador-Mischling badet für sein Leben gern, erzählt Frauchen. Im Urlaub an der Ostsee oder beim Spazierengehen im Kanal. Die Leidenschaft des achtjährigen Rüde löste jetzt einen Sucheinsatz von Polizei und Feuerwehr aus. Der Mischling hatte am Dienstag den Platz für sein Badevergnügen im Torfmoor zwischen Eilhausen und Nettelstedt gewählt. Ein Spaziergänger meldete der Polizei gegen 18 Uhr, dass in der Nähe des im Naturschutzgebiet gelegenen Schäferhofes ein Hund immer wieder in einen Tümpel spränge. Außerdem würde das Tier dabei permanent laut jaulen und bellen.
Eine Streifenwagenbesatzung fand wenig später am Ende des Moorweges die Angaben bestätigt. Weil sich der Hund so ungewöhnlich verhielt, vermutete die Polizei, sein Besitzer könnte in den Teich gestürzt sein. Die Feuerwehr wurde alarmiert.
Mit Hilfe eines Schlauchbootes suchte sie den Grund des Gewässers ab – allerdings ohne Erfolg. Der Hund wurde eingefangen. Im Moor war mittlerweile eine Mitarbeiterin des Lübbecker Tierheimes eingetroffen. Sie nahm ihn mit.
Gestern Morgen meldete sich das Herrchen und erzählte, dass er am Dienstagabend eine Radtour gemacht hatte. Dabei sei der Hund abgehauen. Vergeblich suchte der 33-Jährige nach dem Ausreißer und hoffte, dass der Hund in der Nacht nach Hause zurückkehrte. Im Tierheim fand er ihn dann am nächsten Tag: Der Mischling war seinem Hobby Baden nachgegangen – lautstark wie immer.
Ralf Steinmeyer, Sprecher der Kreispolizei: “Ob diese Leidenschaft den Besitzer womöglich teuer zu stehen kommt, ist noch nicht klar. Möglicherweise gilt es, die Kosten für den Feuerwehreinsatz zu begleichen.”
Auch Karin Kleine vom Tierschutzverein warnt vor den Folgen: “Hunde sollten nicht ohne Leine durchs Moor laufen. Brütende Vögel und Jungtiere werden massiv durch frei laufende Hunde gestört!”
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke