Bundesstraße soll sicherer werden

Lübbecke-Nettelstedt. Seit geraumer Zeit warten Nettelstedter Bürger auf den Ausbau der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 65, um die Verkehrssicherheit besonders für Kinder und Jugendliche zu verbessern und Gefahrenpunkte zu entschärfen. Darauf hatten sie während des Ortsteil-Treffen mit Bürgermeisterin Susanne Lindemann gedrängt. “Wir wollen jetzt noch einmal nachhaken. Die Stadt Lübbecke muss unbedingt erneut mit dem Landesbetrieb Straßenbau in Kontakt treten und das Vorhaben voran treiben”, gehen Ortsvorsteher Hartmut Ende, Ratsmitglied Wolfgang Böke und Friedrich Lübbert in die Offensive. Dem Vorsitzenden des Bau- und Verkehrsausschusses des Kreistages liegt der Ausbau als Nettelstedter Heimatfreund besonders am Herzen.
Wir fordern noch einmal, dass die Ortsdurchfahrt in Nettelstedt ausgebaut und mit einem Rad- und Fußweg ausgestattet wird”, betonen die drei Lokal-Politiker, die das Unverständnis bei den Bürgerinnen und Bürgern über den fehlenden Lückenschluss gut nachvollziehen können.
Wie Friedrich Lübbert erklärt, sei die B 65 inzwischen westlich von Minden bis Nettelstedt und östlich von Nettelstedt bis Blasheim ausgebaut – nur halt die Ortsdurchfahrt Nettelstedt nicht. Als Örtlichkeit mit besonderern Gefahrenpotenzial für Fußgänger und Radfahrer nannte Ende den Straßenabschnitt mit den Einkaufsmärkten Penny und Jibi.
Vor etwa einem Jahr sei hier eine Nettelstedter Bürgerin ums Leben gekommen und vor Wochen hier wieder ein radelndes Kind angefahren und erheblich verletzt worden. Diese Stelle müsse durch geeignete Ausbaumaßnahmen unbedingt entschärft werden.
Dringend erforderlich sei außerdem eine Überquerungshilfe auf der B 65 im Bereich der Abzweigung Moorweg mit der in der Nähe befindlichen Bushaltestelle. “Hier überqueren besonders viele Schüler die Straße. Gleichzeitig fahren hier Autofahrer am Ortsausgang zu schnell”, sagte Friedrich Lübbert.
Während eines Ortstermins fanden die Lokalpolitiker bei dem SPD-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Haseloh und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Ibrügger Zustimmung. Beide sagten zu, die Initiative zu unterstützen und sich für einen möglichst baldigen Ausbau der Ortsdurchfahrt einzusetzen. Lothar Ibrügger übergab eine Planungsskizze. Darauf erkennbar sei, welche Anliegergrundstücke von der geforderten Ausbaumaßnahme betroffen sein könnten.
Anfang 2004 hatte der SPD-Ortsverein Nettelstedt bereits die Bitte an den Landesbetrieb Straßen herangetragen, eine Planung für die neue Ortsdurchfahrt zu erstellen. Der Landesbetrieb hatte geantwortet, dass der Ausbau der Ortsdurchfahrt Nettelstedt wegen der dichten Bebauung, Engstellen oder Gewerbebetrieben problematisch sei.
Man wolle die Ausbauplanung aber in das eigene Arbeitsprogramm aufnehmen, sobald dafür freie Arbeitskapazitäten zur Verfügung stünden. Durch vorrangige Projekte wie zum Beispiel die Nordumgehung der A 30 in Bad Oeynhausen und die Südumgehung der B 65 in Minden sei eine zeitnahe Umsetzung der Maßnahme in Nettelstedt nicht zu erwarten.

Haben den Plan: Hartmut Ende (l.) und Friedrich Lübbert wollen den Radweg-Lückenschluss an der B 65.
Text und Foto Hans-Günther Meyer
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke