Baubeginn im Frühjahr – Nabu-Präsident besucht größtes Lübbecker Naturdenkmal

Von Christian Busse
Lübbecke (WB). Im Frühjahr 2011 sollen die Arbeiten am Erlebniszentrum Moorhus am Großen Torfmoor beginnen. Das hat der Naturschutzbund (Nabu) beim Besuch seines Präsidenten Olaf Tschimpke bekannt gegeben.
Das Moorhus soll für für Touristen und Einheimische als Anlaufstelle in allen Fragen rund um das Moor dienen. In dem geplanten 158 Quadratmeter großen Ausstellungsraum sollen Themen wie die Tier- und Pflanzenwelt des Hochmoores und die Bedeutung des Moores für den Klimaschutz dargestellt werden.
Schon im September 2009 hat die Stadtverwaltung Lübbecke grünes Licht für den Bau des Zentrums an der Frotheimer Straße gegeben. Doch bisher war die Finanzierung des Millionenprojektes nicht gesichert. Jetzt gab der Nabu bekannt, dass er die Hälfte der Kosten aus Spendengeldern bezahlen kann. Die andere Hälfte soll nun durch europäische Fördermittel gedeckt werden. »Der Förderantrag ist vor einigen Wochen abgegeben worden«, sagt der zweite Vorsitzende Hermann Nagel. »Nach allen mündlichen Auskünften sind wir zuversichtlich, dass wir noch in diesem Herbst einen positiven Bescheid bekommen«, sagt Nagel.
Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, plant der Nabu die Bauarbeiten tatkräftig zu unterstützen. Spätestens 2012 soll das Moorhus eröffnet werden.

Ein Blick auf das Große Torfmoor. Landrat Dr. Ralf Niermann (links) zeigt dem Nabu-Präsidenten aus Berlin die Fortschritte bei der Renaturierung des Naturdenkmals zwischen Lübbecke und Hille. Das Moor ist das größte seiner Art in NRW. Foto: Christian Busse
Auch der Nabu-Bundesvorsitzende Olaf Tschimpke begrüßte das Projekt der Lübbecker. »Es ist wichtig, die Menschen über den Lebensraum Moor, seine Bedeutung für den Natur- und Klimaschutz aufzuklären und darüber zu informieren, wie jeder selbst zum Moorschutz beitragen kann«, sagte Tschimpke. So ruft der Nabu-Funktionär alle Bürger auf, auf die Verwendung von Torf im eigenen Garten zu verzichten.

So soll das Moorhus aussehen. Es soll ab 2012 eine Anlaufstelle für Touristen und alle Gäste des Großen Torfmoores sein.
Das Lübbecker Torfmoor ist die letzte Station der Sommerreise von Olaf Tschimpke. Er wollte sich bei seinem Besuch über die Fortschritte der Renaturierung des Großen Torfmoors erkundigen. »Es macht mich stolz, dass wir als Nabu nicht nur reden, sondern über viele Jahre mit harter Arbeit echte Veränderungen zum Wohle der Natur herbeiführen«, sagte Olaf Tschimpke. Und für diese Mühen wolle er sich bei allen Aktiven vor Ort ausdrücklich bedanken. »Wenn ich mich hier umschaue, dann sehe ich, dass sich ihre Arbeit wirklich lohnt«, sagt der Nabu-Präsident. Das Große Torfmoor sei zum bedeutendsten und artenreichsten noch verbliebenen Moorgebiet in NRW geworden, in dem zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten ein Rückzugsgebiet finden. Gerade einmal fünf Prozent der ursprünglichen Moorfläche in Deutschland sei noch erhalten. Der Nabu Lübbecke hatte in den vergangenen Jahren mit viel Einsatz dafür gekämpft, das Moor wieder in seinen natürlichen Ursprung zu versetzen. Dabei sind die Wasserflächen vergrößert worden, sich ausbreitende Birken gefällt und Wanderwege gebaut worden.
Kritisch äußerte sich der Nabu-Chef zur Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke. Er habe mehrfach mit der Bundeskanzlerin gesprochen. »Das passt nicht in unsere Zeit«, sagte er. Aus den Gutachten der Regierung sei die Laufzeitverlängerung nicht abzuleiten. »Ganz im Gegenteil«, sagte Tschimpke.
Artikel vom 09.09.2010