Mainzer Bank hilft mit knapp 15 Millionen Euro / Weiter Gespräche mit potenziellen Investoren

Lübbecke/Mainz. Die angeschlagene Hucke-Gruppe ist auf dem Weg der Sanierung ein Stück voran gekommen. Nach Mitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters Hans-Peter Burghardt (Herford) hat die Heller Bank (Mainz) einen Kredit von knapp 15 Millionen Euro bewilligt. “Die Verträge sind unterschrieben”, sagte Burghardt gestern auf Anfrage der NW. Mit dem Millionenbetrag würden zur Hälfte Kundenforderungen angekauft. Die restliche Summe ist ein reiner Massekredit.
Mit dem Geld soll vor allem die Liquiditätskrise behoben werden, die unter anderem Anfang November zum Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens geführt hat.
Zerschlagung des Unternehmens verhindern
Die Heller Bank, 1919 vom Sohn eines Hamburger Emigranten in den USA gegründet und seit 1964 in Mainz ansässig, hat sich auf den Ankauf und die Finanzierung von Außenständen mittelständischer Unternehmen und deren Risikoabsicherung spezialisiert. Zu ihren Klienten zählen vor allem Betriebe der Möbel- und Textilbranche. Das Geschäftsvolumen der Bank lag im vergangenen Jahr bei 1,3 Milliarden Euro.
Als “erfolgversprechend” bezeichnete Burghardt die laufenden Gespräche mit potenziellen Investoren. Nach wie vor sei es Ziel der Verhandlungen, eine Zerschlagung des Unternehmens zu verhindern. Skeptisch äußerte sich Burghardt zu der Frage, ob noch vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens Ende Januar der erhoffte “Märchenprinz” (Burghardt) präsentiert werden könne. “Das klappt nur, wenn alles superglatt läuft.” Offen ist weiterhin, in welchem Umfang die Sanierung des Unternehmens zum Verlust von Arbeitsplätzen führt. “Wir haben noch nicht eine einzige Verhandlung darüber gehabt”, so die Betriebsratsvorsitzende Monika Vogelfänger. Derzeit laufe der Geschäftsbetrieb normal, nennenswerte Auftragsstornierungen von Kunden gebe es nicht. Mit der Zahlung des anteiligen Weihnachtsgeld können die rund 500 Hucke-Beschäftigten nach Aussage Burghardts voraussichtlich im Februar, nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens, rechnen.

Geldregen: Mit der Finanzspritze einer Mainzer Bank soll die angeschlagene Hucke-Gruppe (hier das Produktionsgebäude in Nettelstedt ) wieder flott gemacht werden.
Text: Reinhard Günnewig
Foto: Waldemar Freitag / Montage: Thomas Grundmann
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke