Ein Häuschen im Grünen

Treffpunkt für Nettelstedter Jugendliche

Lübbecke-Nettelstedt (kor). Großer Aufmarsch für ein kleines, altes Häuschen. Der neue Vize-Bürgermeister, der Chef des Ordnungsamtes Lübbecke, der Bezirkspolizist, der Leiter des Jugendzentrums am Markt, der Ortsvorsteher von Nettelstedt: Sie alle versammelten sich am Freitagnachmittag, um offiziell ein ausgedientes Buswartehäuschen und drei Farbtöpfe samt Malutensilien zu übergeben. Aber immerhin waren auch zehn Jungen und Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren gekommen, um ihren zukünftigen Treffpunkt an der Hepkestraße/Ecke Zur Riete zu übernehmen.

Kalt wird es dort sein und erst einmal auch dunkel, denn einen Anschluss für Licht gibt es noch nicht. Trotzdem freuen sich Benjamin, Andreas, Alex, Thomas, Pascal, Jordan, Sina, Jessica, Josephine und Franziska auf ihr Häuschen. Drei Monate hat es gedauert, bis es soweit war. Der Anstoß kam aus dem Bündnis für Familie. Die Nettelstedterin Karin Radeck und Ortsvorsteher Hartmut Ende hatten sich für die jungen Leute eingesetzt.

Doch gegen den ersten Standort 100 Meter weiter östlich an der Hepkestraße protestierten heimische Landwirte. Sie fürchteten, dass ihre Maschinen durch weggeworfenen Müll Schaden nehmen könnten.

Friedrich Schrewe, dem das ans Häuschen angrenzende Grundstück gehört, ist einverstanden mit den neuen Nachbarn. Die haben versprochen, Platz und Treffpunkt in Ordnung zu halten. Und sie sind froh, dass sie jetzt zum Herbst vor Regen geschützt sind. „An der Bank dort drüben haben wir uns zwei Jahre lang getroffen“, sagt Alex. Bis Karin Radecks Hund Teddy Kontakt zu den Jugendlichen aufnahm.

Aufwärts: Karin Radeck (mit dem Schild Jugendtreff) und Hund Teddy knüpften den Kontakt zu den Jugendlichen. Der neue Vize-Bürgermeister Uwe Kröger (3.v.l.) übergab die Farbe.

Foto: Tyler Larkin

ZWISCHENRUF

Geht doch

Farbe und Vertrauen bekamen die 14- bis 17-Jährigen geschenkt. Jetzt gucken alle, was sie daraus machen. Die Nettelstedter werden aufmerksam verfolgen, was am und im Häuschen vor sich geht, schließlich sind die Fenster durchsichtig. Aber warum die ganze Aufregung im Vorfeld vorm Feld? Die Jugendlichen wollen einen eigenen Treffpunkt, unter sich sein – kein teures Jugendzentrum. Sie freuen sich über einen alten Unterstand, den sie selbst gestalten. Hoffentlich haben die erwachsenen Ex-Jugendlichen noch mehr für sie übrig.

kerstin.kornfeld@ihr-kommentar.de

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 31. Oktober 2009 | Abgelegt unter Dorfgemeinschaft |