Insolvenzverfahren eröffnet / Erfolg auf der Modemesse CPD entscheidet über Zukunft

Bielefeld. “Es ist nicht geplant, das Unternehmen zu atomisieren”, so klingt es derzeit trotzig aus der Verwaltung des insolventen Lübbecker Modekonzerns Hucke. Das soll heißen: Einen Ausverkauf der Marken (Bush, Venice Beach) soll es nach Möglichkeit nicht geben. Am vergangenen Donnerstag ist plangemäß das Insolvenzverfahren eröffnet worden, und zwar mit Eigenverwaltung. Gerd Eversheim, der seit dem Abgang von Axel Dorn am 3. November Alleinvorstand ist und der am 17. November den Gang zum Bielefelder Amtsgericht erledigte, um dort den Insolvenzantrag zu stellen, bleibt daher für das operative Geschäft zuständig. Der Herforder Rechtsanwalt Hans-Peter Burghardt kümmert sich als Insolvenzverwalter vor allem um die Finanzen.
Die konzernweit 500 Mitarbeiter (davon rund 300 in Lübbecke) hoffen darauf, dass sich ein Investor findet, der möglichst große Teile des Unternehmens weiterführt. Ein Wettbewerber soll sein Interesse schriftlich bekundet haben. Dass bei Hucke in jedem Fall ein Personalabbau zu erwarten ist, hat Eversheim bereits in einem Interview mit der Fachzeitschrift Textilwirtschaft angedeutet. Als größtes Sorgenkind gilt offenbar die Damenmodesparte mit der Marke Hucke Berlin. Wie viele Stellen gestrichen werden müssten, hänge allerdings auch vom künftigen Investor ab.
Alle Augen sind derzeit auf Düsseldorf gerichtet, wo von diesem Sonntag an bis zum 6. Februar gleichzeitig vier Modemessen stattfinden und wo Hucke seine neuen Kollektionen in Gerry Webers Halle 29 präsentieren wird. Der Erfolg oder Misserfolg in Düsseldorf gilt als “Entscheidungshilfe” für die Zukunft des seit Jahren schrumpfenden Unternehmens, das im Geschäftsjahr 2005/2006 (zum 30. April) noch 116 (Vorjahr 130) Millionen Euro Umsatz erzielte.
“Wichtig ist, dass Hucke zeigt ‘Wir sind noch da’ , und dass der Handel sich jetzt nicht abwendet”, so formuliert es Lutz Schäffer, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Minden. Für wie viele Beschäftigte eine Transfergesellschaft gegründet werden muss, soll sich anschließend – noch im Februar – zeigen.

Erst seit Oktober 2006 bei Hucke: Vorstand Gerd Eversheim.
Text: Martin Krause
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke