Nur Gewinner beim Kürbisfest auf dem Hof Husemeyer / Weitere Veranstaltungen in Aussicht

Lübbecke-Nettelstedt. Gerhard Schütte und Wilhelm Siebeking von den Garten- und Heimatfreunden hieven einen nach dem anderen Kürbis auf die große Waage. Sorgfältig werden die Früchte unter den gespannten Blicken der Besucher des Kürbisfests auf dem Hof Husemeyer ausgewogen und mit einem Maßband vermessen. Wochenlang kümmerten sich die Teilnehmer liebevoll um ihre Schützlinge – nun wird sich zeigen, ob sich die Arbeit auszahlt. Es gilt, den dicksten und schwersten Kürbis zu ermitteln.
Die größte Frucht ist schnell gefunden. Sören und Tjorven Arning setzen sich mit einem Umfang von 173 Zentimetern weit nach vorne ab. Anders sieht es da beim Wiegen aus. Das Teilnehmerfeld ist dicht gestaffelt. Es kommt zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Das bisherige Spitzengewicht von 34,2 Kilogramm scheint unschlagbar. Bis der Kürbis von Paul Kreft den Zeiger noch ein wenig weiter nach links springen lässt. 34,7 Kilogramm. Der Sieger steht fest.
Doch auch in einer anderen Disziplin gab es Preise zu gewinnen. Ein besonders großes Exemplar aus der Züchtung von Susanne Schindler-Husemeyer sollte auf sein Gewicht geschätzt werden. Doch damit hatte sie nicht gerechnet: gleich vier der zahlreichen Besucher lagen beim Schätzen des Gewichts ihres Riesen-Kürbis der Sorte Amish Pie richtig.
„Aufs Gramm genau 30 Kilogramm – das ist schon verblüffend“, meinte Gerhard Schütte. Die erfolgreichen Schätzer sind Kai Samuel Berthold, Elisabeth Blome, Malin Schnute und Dagmar Neukirch. Somit hatte die Veranstalterin gleicht vier Hände zu schütteln und Preise zu vergeben, die zum Teil von den zahlreichen Ständen gestiftet wurden. Zur Unterstreichung des feierlichen Moments spielte die Bigband des Wittekind-Gymnasiums Pretsession auf und verwandelte die Veranstaltung mit Swingklängen in ein kulturelles Erlebnis. Auch das Wetter spielte mit. Der Herbst zeigte sich im warmen Sonnenlicht von seiner schönsten Seite. An den Ständen konnten die Besucher allerhand rund um den Kürbis kaufen. Egal, ob Liköre, Rezeptbücher, Marmeladen oder Zierobjekte. Alles, was das herbstliche Herz begehrt, gab es am Sonntag beim Hof Husemeyer auf der Wiese und in der Scheune. Darüber hinaus lockte auch das große Angebot an Kunsthandwerk viele Besucher zum ersten Kürbisfest. Die kleinen Gäste übten sich im Kürbisschnitzen – grimmige Gesichter in den Früchten beweisen, dass das amerikanische Fest Halloween sich auch hier etabliert hat. Alle Verkaufserlöse gehen an das Lübbecker Hospiz. Demonstrativ schüttelt Wilhelm Siebeking am Pflanzenstand die Geldkiste. Das Rascheln und Klingeln zaubert ein Lächeln auf sein Gesicht. „Da kommt schon einiges zusammen. Jeder Cent hilft“, sagt er. Susanne Schindler-Husemeyer und ihr Mann Karl Gerd freuen sich über die große Resonanz auf ihr Fest. „Vielleicht wird eine Tradition draus. So alle zwei Jahre könnte ich mir so ein Fest vorstellen“, erzählt sie nicht ohne Stolz, während sie den anderen jungen Kürbis-Züchtern Trostpreise zusteckt.

Erfolgreiche Hobbygärtner: Gerhard Schütte, Susanne
Schindler-Husemeyer und Wilhelm Siebeking (hinten, v. l.)
gratulieren den Siegern Tjorven und Sören Arning zum größten
und Paul Kreft zum schwersten Kürbis (vorn, v.l.).

Gut geschätzt: Elisabeth Blome, Malin Schnute, Kai Samuel
Berthold (vorn, v.l.) und Dagmar Neukirch, die zu dem Zeitpunkt
schon das Fest verlassen hatte, nahmen die Preise von Gerhard
Schütte und Susanne Schindler-Husemeyer entgegen.

Halloween kann kommen: Der vier-
jährige Sönke zeigt einen selbst geschnitzten Kürbis.
Text und Fotos: Thomas Merten
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke