Streit um unbezahltes Trikot kommt erneut vor Gericht / Beklagter Fan vertritt sich selbst

Lübbecke. Vor einer Woche musste der FC Bayern München eine 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC Berlin hinnehmen. Und wie sieht es mit dem Rechtsstreit der FC Bayern München AG gegen den Nettelstedter Karsten Wüllner wegen eines nicht bezahlten Fantrikots im Wert von 87 Euro aus?Der Lübbecker Amtsgerichtsdirektor Manfred Surmeier hat entschieden, dass die mündliche Verhandlung vor dem Amtsgericht Lübbecke fortgesetzt wird. “Das ist ja der Normalfall”, erklärt Surmeier dazu. Nach der Verhandlung im Dezember hatte der Amtsgerichtsdirektor erläutert, es bestehe die Möglichkeit, den Rechtsstreit zwischen der FC Bayern München AG als Kläger und Karsten Wüllner als Beklagten. Es geht um die relativ geringe Streitsumme von rund 100 Euro in ein vereinfachtes Verfahren mit einer Entscheidung nach Aktenlage überführen zu können.
Nun wird es nach einer neuen Eingabe der FC Bayern München AG eine weitere Gerichtsverhandlung geben, in der sich Karsten Wüllner erneut selbst vertreten wird. “Ich bleibe bei meiner Darstellung”, so der 24-Jährige gegenüber der NW. Unstrittig ist nach dem Ergebnis der Verhandlung im Dezember, dass er im Internet ein Fantrikot bestellte. Nach eigener Darstellung wurde das Trikot aber nicht geliefert. Deswegen bestellte er nach einigen Wochen ein weiteres Trikot, das er erhielt und ordnungsgemäß bezahlte. In dem Rechtsstreit geht es um den Rechnungsbetrag für das erste Trikot. In der bereits erörterten Stellungnahme des von der FC Bayern München AG beauftragten Münchener Rechtsanwaltes Dr. Gerhard Riedl heißt es dazu: “Ausweislich der Zustellbestätigung ist die Ware an der von der beklagten Partei bei der Bestellung angegeben Lieferadresse in Empfang genommen worden. Ob es sich hierbei um den Beklagten (Karsten Wüllner) selbst, oder einen Empfangsbevollmächtigten handelt, kann dahinstehen.”
Karsten Wüllner bekräftigt dagegen, dass er zur fraglichen Zeit gar nicht zu Hause war und auch keine andere Person beauftragt hat, das Päckchen entgegen zu nehmen.
In der anberaumten Verhandlung wird die FC Bayern München AG wieder einem Unterbevollmächtigten vertreten, so dass Gerhard Riedl nicht selbst aus München anreisen muss. “Herr Tegeler hat bisher hervorragende Arbeit geleistet”, betonte Riedl.
Text: Hans-Günther Meyer
Treu: Karsten Wüllner.
ZWISCHENRUF
Stur
Karsten Wüllner hatte das fragliche Trikot als Geschenk für seine Stieftochter Vivian bestellt, die für Lukas Podolski schwärmt. Der Nettelstedter ist Mitglied des FC Bayern München und will es auch bleiben, selbst wenn er den Rechtststreit verliert. Trotz der Treue und der Forderung von anderen Fans, endlich einzulenken, bleibt die FC Bayern München AG völlig stur. Nach Darstellung des Bayern-Anwaltes ist nicht einmal der Fan-Beauftragte des mächtigen Fußballclubs bereit, öffentlich Stellung zu beziehen. So sind eben die Bayern. Andere Vereine würden ihre Fans sicher nicht so schlecht behandeln.
hgm@ihr-kommentar.de
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke