Faszination der Osterfeuer

Nasses Wetter bereitete den Veranstaltern Probleme / Helfer griffen kurzerhand zum Gasbrenner

Lübbecke. Samstag war Weltwassertag der Vereinten Nationen. Was eine gute Sache für den grenzüberschreitenden Gewässerschutz ist, war für die Osterfeuer im Altkreis Lübbecke ein Problem – wenn auch im übertragenen Sinne. Denn das Wasser kam während des Osterwochenendes in jeglicher Form vom Himmel und bereitete den Veranstaltern der großen Feuer einige Probleme. esonders Ostersamstag gestaltete sich von den äußeren Bedingungen her schwierig. Die meist schon seit Tagen aufgetürmten Gestrüppberge waren schon vorher gut durchnässt, Regen-, Schnee- und Graupelschauer im Laufe des Samstags ließen das Holz noch feuchter werden. Das Anzünden kurz nach Sonnenuntergang gestaltete sich vielerorts dementsprechend schwierig und ließ so manch geplante Großveranstaltung wie ein besseres Lagerfeuer aussehen.

Meist waren die örtlichen Feuerwehren für das Entfachen des Feuers eingeteilt, was eine gewisse Ironie mit sich brachte. Denn außer den durstigen Kehlen brannte anfangs nichts, was einen eventuellen Löscheinsatz gerechtfertigt hätte. Die Flammen versteckten sich unter dichten Rauchwolken und fanden in dem nassen Gehölz keine ausreichende Nahrung.

Der Fachmann aber weiß sich zu helfen und greift in so einem Moment zum Brandbeschleuniger. Vorausschauende Wehrleute hatten Heuballen gehortet und mischten sie nun unter die Flammen. In Nettelstedt gingen die Helfer noch einen Schritt weiter und hielten einen Gasbrenner unter das Gestrüpp. Zusammen mit dem aufkommenden Westwind und begleitet von leichtem Schneefall entstand nach mehr als einer Stunde tatsächlich eine durchaus hohe Feuerwand, die von den verbliebenen Besuchern dementsprechend gewürdigt wurde. Das Warten lohnt eben doch, auch wenn die letzte Bratwurst schon lange kalt ist.

Beliebt wie eh und je sind die Osterfeuer auch in Espelkamp, Rahden und Stemwede. Auch hier strömten die Massen zu den österlichen Feuer- und Freudenfesten in den Ortsteilen. Eines der beliebtesten Feuer entzündete die Feuerwehr Espelkamp Samstagabend auf dem städtischen Festplatz in Höhe des Real-Marktes. An die 1.000 Besucher wurden gezählt. Sie genossen das Spektakel bei Bier, Würstchen und Zuckerwatte.


Ganze Arbeit geleistet: Samstagabend loderten in Nettelstedt diese imposanten Flammen. Im Vordergrund zeichnet sich die Silhouette eines Helfers der Dorfgemeinschaft ab, der das Feuer mit weiteren Helfern betreut.

Foto: Tyler Larkin


Zog viel Publikum an: Das Osterfeuer in Obermehnen, das Sonntag entfacht wurde.

Foto Tyler Larkin


Nur beim Entzünden gab’s zunächst Probleme: Hunderte strömten zum großen Feuer, das die Espelkamper Wehr auf dem städtischen Festplatz vorbereitet hatte.

Foto: Stefan Pollex

Text Tyler Larkin und Karsten Schulz

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 25. März 2008 | Abgelegt unter Dorfgemeinschaft |