“Es fehlt ein Vollversorger”

Invesgo möchte auf Hucke-Gelände mehr realisieren als derzeit rechtlich zulässig

Lübbecke. Die Pläne für die Errichtung eines Fachmarktzentrums auf dem früheren Hucke-Gelände an der Blase-Kreuzung sind bei den Fraktionen des Rates weitgehend auf Zustimmung gestoßen. Doch ginge es nach dem Wunsch des Investors, würde einem so genannten “Vollversorger” auf dieser Fläche der Vorzug gegeben vor “Fressnapf” und “Penny”. “Wir können die Pläne, wenn es gewünscht wird, neu gestalten”, sagte Wolfgang Gehrlicher, Gesellschafter der Invesgo GmbH Co. KG, in der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung, in der die Pläne für das Hucke-Areal vorgestellt wurden. Nach dem derzeit gültigen Bebauungsplan ist ein Vollversorger (etwa vom Typ “Marktkauf”) nicht zugelassen. Gehrlicher gab zu bedenken, dass an der Ecke B 239/Gehlenbecker Straße die Möglichkeit bestehe, auch einen Vollversorger anzusiedeln. Der fehle in Lübbecke. Derzeit gebe es mit dem “Marktkauf” nur einen entsprechenden Anbieter. In Espelkamp etwa seien es drei. “In Lübbecke gibt es keine richtigen Wettbewerb”, so Gehrlicher. Und wer gegen einen weiteren Vollversorger in der Stadt sei, der dürfe sich nicht wundern, wenn er in Lübbecke beim gleichen Unternehmen höhere Preise bezahle als in Bielefeld.

“Der Vollversorger ist 2002 gestorben”, reagierte Hans-Dieter Rose (Lübbecke konkret) auf die Ausführung des Invesgo-Gesellschafters. In diesem Jahr hatte der Rat die Festlegungen des Bebauungsplanes beschlossen, die für die Ansiedlung der Geschäfte an der Blase-Kreuzung jetzt maßgebend sind.

Die von den Invesgo-Repräsentanten dem Ausschuss vorgelegten Pläne fanden insgesamt Akzeptanz bei den Fraktionen. “Die Brache behindert sei Jahren die Stadtentwicklung”, kommentierte SPD-Ratsherr Jürgen Rohleder die Situation auf dem früheren Hucke-Gelände. Deshalb sei das Engagement des Lübbecker Investors zu begrüßen. Ähnlich äußerte sich Rolf-Wilhelm Tiemeyer von der CDU.

Wie bereits berichtet, sollen bis Mitte kommenden Jahres die auf dem Grundstück zwischen Berliner Straße (B 239)/Gehlenbecker Straße/Hardenbergstraße vorhandene Gebäude abgerissen, saniert und durch Neubauten und Geschäftsflächen von rund 4.000 Quadratmeter geschaffen werden. Einziehen wollen dort die Unternehmen Penny (Lebensmittel), Expert Döring (Elektronik), Fressnapf (Tiernahrung), ein Getränkemarkt und die Fast-Food-Kette Burger King, die auf der Ecke B 239/Gehlenbecker Straße einen Schnellimbiss mit 200 Quadratmetern eröffnen will. Weil die Baukörper gegenüber dem rechtsgültigen Bebauungsplan eine veränderte Lage haben, ist eine Novellierung des Bebauungsplanes notwendig.

Bedenken wurden im Ausschuss laut, mit der Entwicklung auf der Hucke-Fläche werde ein weiteres Nebenzentrum in der Stadtmitte entstehen. Dipl.-Ing. Karin Schulte von der Stadtverwaltung teilte daraufhin mit, dass die Stadt eine Untersuchung in Auftrag gegeben habe über die künftigen Perspektiven möglicher Gewerbeflächen in City-Nähe.


Projekt:
Das geplante Fachmarktzentrum von der Gehlenbecker Straße aus. An der linken Ecke der Schnellimbiss Burger King, dahinter in voller Breite die weiteren Geschäfte von Expert Döring (l.) bis Penny (r.).

Skizze: Invesgo

Text: Reinhard Günnewig

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 1. August 2008 | Abgelegt unter Gewerbe |