FAHRSPORT: Silberne Verdienstmedaille des Provinzialverbandes für den Nettelstedter Horst Böker

Lübbecke-Nettelstedt (sr). Freundlich und bestimmt. Was er sagt, zeugt immer von Kompetenz und hohem Fachwissen. Egal, ob beim Training oder im Gespräch. Horst Böker aus Nettelstedt ist FN-Reit- und Fahrlehrer, Reitrichter, Fahrrichter, Parcourschef Reiten und Parcourschef Fahren. Für seine hervorragenden Verdienste um den Pferdesport in Westfalen wurde er mit der Silbernen Verdienstmedaille des Provinzialverbandes Westfälischer Reit- und Fahrvereine ausgezeichnet.
Seine Passion für den Pferdesport hat sich schon in der Jugend entwickelt. “Meine Großeltern und mein Urgroßvater hatten Pferde. Das war seinerzeit nach dem Krieg völlig normal in der Landwirtschaft”, erklärt der heute 72-Jährige. Bis in die 60-er Jahre war er aktiver Reiter, Schwerpunkt Vielseitigkeit. Maßgeblich geprägt hätten ihn seine Reitlehrer Hannes Laskewitz, Siegfried Böttcher (Porta Westfalica) und der Ausbilder und väterliche Freund Rudolf Niedringhaus (Friedewalde).
Bis zur Gründung des 1. Fahr- und Reitvereins Nettelstedt war der Pferdesportfachmann Mitglied im Reitverein Porta Westfalica. Als der Fahrsport in Schwung kam, hat Horst Böker die Disziplin gewechselt und alles gefahren, auch Vierspänner. Das erfordert viel Harmonie zwischen dem Fahrer und seinen Pferden und eine diffizile und differenzierte Verständigung.
Nicht so auf sich allein gestellt, sei man beim Fahren, beschreibt der Nettelstedter die Faszination Fahrsport. Bei dem Pferdesport mit den langen Leinen hat der Fahrer immer seinen Groom (Beifahrer) dabei. “Wenn man gewinnt, hat der Beifahrer mindestens 40 Prozent Anteil daran.”
Neben seiner Ausbildertätigkeit ist Horst Böker heute schwerpunktmäßig als Fahrrichter und Parcourschef unterwegs. Er ist einer der wenigen Parcourschefs in Westfalen, die die Qualifikation zum Aufbau von S-Prüfungen im Fahren haben. Voraussetzung dafür sind langjährige Erfahrung und hohes Fachwissen. Das Präsidium des Provinzialverbandes benennt geeignete Bewerber für die bundeszentrale Prüfung. Eigenbewerbungen sind nicht möglich.
Dass bei soviel Einsatz für den Pferdesport noch Zeit für eine Familie bleibt, ist schwer zu glauben. Horst Böker lacht. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. “Die haben alle etwas mit Pferden gemacht, sind dann aber aus familiären und beruflichen Grund nicht dabei geblieben.” Die nächste Generation ist allerdings schon da. “Meine sechs Enkel kommen gern und beschäftigen sich mit meinen Pferden.”

Verdiente Auszeichnung: Zur Silbernen Verdienstmedaille beglückwünscht der Vereinsvorsitzende Uwe Kröger (l.) den Pferdesportfachmann Horst Böker. Auch Annette Kobusch schätzt den engagierten Ausbilder.
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke