Ein strahlender Glücksgriff

Martha Budde: Auf der Bühne und bei Ferienspielen eine feste Größe

Lübbecke. Das Theater ist ein Stück ihres Lebens. Martha Budde gehört zur Freilichtbühne wie der Hünenbrink zu Nettelstedt. Ob als Rössl-Wirtin, Zauberin Wuta oder Schlange Ka – seit mehr als einem halben Jahrhundert verzaubert die mittlerweile 80-Jährige ihr Publikum.  Doch Budde ist nicht nur auf dem Hünenbrink aktiv. “Sie ist eine Dame, die in vielen Pötten rührt”, weiß Sigrid Rohlfing-Sundermeyer, Jugendpflegerin und Breitensportbeauftragte der Stadt.

Ohne Buddes Einsatz wären die Ferienspiele um einiges ärmer. Seit 16 Jahren bietet sie zusammen mit Rohlfing-Sundermeyer Bastelkurse an. Die Kinder lieben sie, sind fasziniert von ihrem fröhlichen Wesen.

“Wichtig ist die Lebensfreude, dann spielt das Alter keine Rolle.” Zu Budde passt dieser Spruch wie die Sonne zum Tag. Wenn sie lacht, meint man, ihre unbändige Lebensfreude förmlich zu spüren. Und sie lacht gern und viel.

Rohlfmg-Sundermeyer kennt Budde seit fast 20 Jahren. Sie hat damals eine Gymnastik-Seniorengruppe beim TuS eingerichtet. Budde war von Anfang an dabei. Damals hörte sie von ihrer Bastelfertigkeit. Und da für die Ferienspiele noch ein Kreativ-Angebot fehlte, wandte sie sich an die Nettelstedterin. Und die sagte zu: “Ich konnte sie doch nicht einfach hängen lassen”. Es war der Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit.

Hängen gelassen hat “Frau Staatsschauspielerin” – wie Heinz Bartocha, ehemaliger Vorsitzender der Behindertensportgemeinschaft, Budde nannte – die Jugendpflegerin nie. Nicht einen Ferienspielkurs hat die rüstige Rentnerin versäumt.

Ohne Budde wäre Rohlfing-Sundermeyer beim Basteln aufgeschmissen, wie sie selbst gesteht. Die Jugendpflegerin bewundert Buddes Fleiß, ihre Geduld und ihre Fingerfertigkeit. “Hätte ich alle Vorlagen selbst machen müssen, wäre dieser Kurs nie zu Stande gekommen”. Für Rohlfing-Sundermeyer ist Budde ein Glücksgriff. Selbst bei ganz fisseligen Arbeiten kann die Seniorin den Kindern helfen. “Meine Finger geben das nicht her”, sagt Rohlfing-Sundermeyer und weist auf die Fröbelsterne hin, die Budde sogar im Miniformat hinkriegt. “Für mich wäre das unvorstellbar.”

Eigene Kinder hat Budde nicht. Doch für viele ist sie die fröhliche Oma, “die sich für keinen Blödsinn zu schade ist.” In ihrem Herzen ist die rüstige Dame ein ganz junger Hüpfer. Durch Gymnastik, Wandern und Radfahren mit ihrer alten Schulfreundin Hilde Tiemann, durch leidenschaftliches Schauspielern auf der Freilichtbühne und durch das Basteln mit den Ferienspiel-Kindern ist die 80-Jährige fit geblieben. Und wenn sie nächstes Mal wieder gefragt wird “Machste mit?” kommt die Antwort mit offenherzigem Lachen: “Ja, klar.”


Pure Lebensfreude: Für Ferienspielkinder ein vertrautes Bild. Martha Budde mit Bastelschere und einem Lachen, das nicht schöner sein könnte. Hunderte von Kindern haben bei ihr Fensterbilder ausgeschnitten. Zu den Vorlagen gehören auch Fallschirmspringer, Schmetterling und Glückskranz.

Text und Foto: Waldemar Freitag

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 26. August 2006 | Abgelegt unter Allgemein |