Von Nesseln und gelben Bächen

Ortsteilwappen (6 / 7): Nettelstedt und Gehlenbeck

Lübbecke (nw). Die Wappen der Ortsteile Nettelstedt und Gehlenbeck wurden bereits in den 30er Jahren entworfen und verliehen. Zur Vervollständigung der NW-Serie zu den neuen Ortsteilwappen soll aber auch in diesen beiden Fällen Aussehen und Ursprung erläutert werden.Das im Jahr 1939 verliehene Nettelstedter Wappen wird von einem natürlichen, grünen Nesselblatt auf silbernem Hintergrund dominiert. Dass Symbole nicht heraldisch stilisiert werden, kommt recht selten vor.

Im oberen Teil geht ein silberner Wellenbalken über grünem Hintergrund. Mit dem Blatt wurde ein sogenanntes redendes Symbol gewählt, das auf den Ortsnamen Nettelstedt („Nettel“ heißt auf plattdeutsch Nessel) hinweisen soll. Der Wellenbalken im Schildhaupt ist dem Amtswappen entnommen. Die Schildfarben wurden mit Rücksicht auf das Grün zu zeichnende Nesselblatt gewählt.

Im Gehlenbecker Wappen ist ein schwarzer Topf auf goldenem Untergrund zu sehen. Durch den oberen Teil geht ein goldener Wellenbalken durch ein schwarzes Feld.

Der Wellenbalken des im Jahre 1938 geschaffenen und eingeführten Wappens ist wie bei allen Gemeinden des Amtes Gehlenbeck (so auch beim Nettelstedter Wappen) dem Amtswappen entnommen.

Der Topf (altdeutsch „Grapen“) im unteren Feld des Wappens ist das Siegelbild der mittlerweile ausgestorbenen Familie von Grapendorff, die über einige Jahrhunderte im Amtsgebiet Gehlenbeck ansässig war und das Gut Grapenstein im Kirchspiel Gehlenbeck besessen hatte. Ihrem Wappen sind auch die Farben gold und das schwarz entlehnt.

Der Wellenbalken im Wappen Gehlenbecks ist ebenfalls ein redendes Symbol – er steht für den Bach, die Bike oder „Beke“ im Ortsnamen. Das Gold, das dem Wappen der Familie Grapendorff entnommen ist, kann auch für das Gelb (plattdeutsch „gehl“) im ersten Teil des Namens Gehlenbeck stehen.

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 29. Juli 2009 | Abgelegt unter Dorfgemeinschaft |