121 süße Versuchungen

Erlös der Ortsteil-Torte für Verschönerungen / Zweiter Bauabschnitt eingeweiht

Lübbecke. Eine Menschenmenge versammelte sich am Samstag gespannt um das Fontänenfeld in der Innenstadt. Denn das neue Wasserspiel in der Lübbecker Fußgängerzone und somit ein weiterer fertig gestellter Bauabschnitt wurden eingeweiht. Doch es gab mehr als diesen Anlass zum Feiern.Ein Techniker ist durch eine Luke im Boden der Fußgängerzone verschwunden, um das Wasserschauspiel in Gang zu setzen. Die Besucher klatschen. Ein Stück weiter setzen auch die Spruchsteine mit den zum Teil neu entworfenen Wappen der sieben Ortsteile Akzente. Die Wappensteine symbolisieren die Zusammengehörigkeit der einzelnen Orte zu Lübbecke und verdeutlichen, dass die neue Fußgängerzone nicht nur Lübbecker Luxus ist. Das Motto „Einheit in der Vielfalt“ bringt das Konzept auf den Punkt.

Bei dieser Gelegenheit kredenzten die Mitarbeiter des Cafés Janke eine Torte, auf der alle Wappen auf Marzipan abgebildet sind. „In der Torte stecken insgesamt vier Stunden Arbeit“, erzählt Dieter Janke, der am Verkaufsstand des Stadtmarketings jedes der 121 Kuchenstücke unters Volk bringt – der Erlös wird für Pflanzungen verwendet, die die Ortsteile verschönern sollen.

Bürgermeisterin Susanne Lindemann schnitt die konditorische Meisterleistung feierlich an, nachdem sie zusammen mit Georg Droste, Vorsitzender des Stadtmarketings, und Gerd Heinrich Niemeyer, Ortsheimatpfleger von Stockhausen, die Veranstaltung eröffnet hatte. Tanzgruppen der Grundschulen Gehlenbeck, Nettelstedt und Blasheim trugen internationale Tänze vor.

Für die Schönheit der Ortsteile setzen sich an erster Stelle die jeweiligen Ortsheimatpfleger ein, von denen manche ihren Ort in altehrwürdiger Kleidung repräsentierten.

Heimatverbundene Besucher konnten sich einen Button mit dem Wappen ihres Stadtteils pressen lassen. Dieses Angebot ließ sich auch der Blasheimer Reinhard Borgstaedt nicht entgehen – an seiner Jacke prangt der farbenfrohe Ansteckschmuck. Für ihn ist die Veranstaltung notwendig und eine gute Idee. „Es ist schön, wenn dies dazu beiträgt, dass die Ortsteile Freundschaft schließen“.

Das meint auch Klaus Bernotat. „Die Orte machten bisher alle ihr eigenes Ding. Dabei können sie gemeinsam viel bewegen, wie zum Beispiel die Sternfahrt oder die Fahrt zum Blasheimer Markt beweisen“, meint Bernotat.

Freundschaft schloss zumindest schon einmal die Hündin Bella. Und zwar mit den Wasserfontänen: Sie leckte an einem Strahl und löschte ihren Durst.


Gewappnet:
Gisela Grzenia und Walter Hoffmann in traditioneller
Kleidung. Auf ihrem Tortenstück prangt das Blasheimer Wappen.


Feierlicher Anschnitt:
Georg Droste und Gerd Heinrich Niemeyer (v. l.)
schauen Bürgermeisterin Susanne Lindemann beim Aufteilen der Torte zu.
Hans Herwartz lässt sich schon mal ein wappenfreies Stück schmecken.

Text und Fotos: Thomas Merten

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 28. September 2009 | Abgelegt unter Dorfgemeinschaft |