Warten auf ein Buswartehäuschen

Nettelstedter Jugendliche bekommen Treffpunkt

Lübbecke-Nettelstedt (kor). Die Klagen tauchen immer wieder auf; sie gehören fast schon zum Standard von Ortsteilgesprächen: Jugendliche stören, machen Lärm und Müll – abends auf dem Schulgelände oder nachmittags auf Spielplätzen.Auch in Nettelstedt war es im vergangenen Jahr nicht anders, als Bürgermeisterin Susanne Lindemann das östlichste Lübbecker Dorf besuchte. Ältere Bürger beschwerten sich über jüngere Bürger.

Doch jetzt kommt Bewegung in den Konflikt: Ein ausgedientes Buswartehäuschen rückt an. Ortsvorsteher Hartmut Ende und die Nettelstedterin Karin Radeck haben sich für die Heranwachsenden eingesetzt. Die bekommen einen eigenen Treffpunkt in der Nähe der Hepkestraße. Und das Beste: Er liegt entfernt von Wohnbebauung am freien Feld, was sowohl den jungen wie auch den älteren Leuten entgegen kommt. Dort steht schon eine Bank. Übernächste Woche soll das umgebaute Wartehäuschen aufgestellt werden, kündigte beim jüngsten Ortsteilgespräch am Mittwochabend Susanne Lindemann an.

„Dort könnt ihr euch ungestört treffen“, versprach sie den Jugendlichen. Einzige Bedingung: Die rund 25 Jungen und Mädchen müssen den Platz und das ausgemusterte Häuschen in Ordnung halten – und zwar ebenfalls ungestört von Erwachsenen. Lindemann: „Jetzt könnt ihr beweisen, dass ihr das allein hinkriegt.“

Die Jugendlichen wollen nicht nur das hinkriegen, sondern fragten gleich nach, ob sie beim Platten legen und anstreichen helfen können. Können sie. Einer schlug vor, eine Solarlampe zu installieren, da es keinen Stromanschluss gibt. Auch das wird geprüft.

Karin Radeck geht an dem Feld täglich mit ihrem Hund spazieren. Sie hat die Idee der Jugendlichen aufgegriffen. „Bisher hat die Planung ganz toll geplant“, lobt sie das Projekt, das bisher für Lübbecke einmalig ist, und, wie Lindemann sagt, „Vorreiter sein könnte“.

Auch Karin Radeck will – wie Bezirkspolizist Dirk Niemeyer – ein Auge darauf haben, damit es gut läuft. „Bisher wurden die Jugendlichen überall weggejagt“, bedauert Radeck.

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 28. August 2009 | Abgelegt unter Allgemein, Dorfgemeinschaft |