Dorfgemeinschaft e. V.

von Helmut Öwermann

Die Dorfgemeinschaft Nettelstedt” setzt sich aus Vertretern aller Nettelstedter Vereine zusammen. So kann man es in den ersten Protokollen der Dorfgemeinschaft aus dem Jahre 1983 nachlesen. Leider gibt es keine Unterlagen die den genauen Beginn dieser
Zusammenarbeit dokumentieren, denn anfangs setzte man sich einfach in lockerer Runde zusammen. Allerdings wird die Dorfgemeinschaft schon 1978 in einem Protokoll des TuS Nettelstedt erwähnt, so dass von einer “Gründung” Anfang bis Mitte der siebziger Jahre ausgegangen werden kann. Als Vorsitzender von damals zwölf Vereinen und Gruppen, war der damalige Ortsvorsteher Helmut Öwermann aktiv, Friedrich Westerhoff war sein Stellvertreter und ein paar Jahre später kam Helmut Hucke als weiterer Stellvertreter dazu. Schriftführer war bis 1988 Wilhelm Schütte. Ab 1989 übernahm Wilhelm Siebeking dieses Amt.

Mitglieder damals

Freiwillige
Feuerwehr,
Freilichtbühne Spielgemeinde Nettelstedt,
Garten und
Blumenfreunde,
Kameradschaft ehemaliger Soldaten,
Landwirtschaftlicher Ortsverein,
Rassegeflügelzuchtverein,
Reichsbund,
Schützenverein Concordia Husen Nettelstedt,
Schweinekasse,
TuS Nettelstedt mit Fußball-, Handball- und Tischtennisabteilung.

Ziele und Aufgaben damals

Die Pflege und der weitere Ausbau der dörflichen Gemeinschaft durch die Vereine unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger Nettelstedts. Hauptaugenmerk der Dorfgemeinschaft galt zu diesem Zeitpunkt der Durchführung des Dorfgemeinschaftsfestes mit Dorfpokalschießen (später im Rahmen der Sportwerbewoche), das Feiern des Backsteinstutenfestes, ein Fest um an den Bau des Kinderheimes in Nettelstedt zu erinnern, das Abbrennen des Osterfeuers und des Weiteren die Koordination aller Termine der örtlichen
Vereine um Überschneidungen zu vermeiden. Denn, so ist es in einem weiteren Protokoll nachzulesen: Man wolle ja miteinander und nicht
gegeneinander arbeiten.

Innerhalb der Dorfgemeinschaft wurde die Geselligkeit schon immer “GROSS” geschrieben. So wurde unter anderem 1988 eine Fahrt zur Patengemeinde des Kreises Minden-Lübbecke, nach Hermagor in Österreich durchgeführt und 1990 besuchte man die Patenstadt Lübbeckes in Ungarn, Tiszakecske.

Auch engagierte man sich in all den Jahren gemeinsam, um das Ortsbild zu verschönern. Sei es durch die Teilnahme an dem Wettbewerb “Unser Dorf soll schöner werden” oder bei der Aktion “Saubere Landschaft” sowie bei der Bepflanzung und Pflege örtlicher Grünflächen.

Mitglieder heute

Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde,
Freiwillige Feuerwehr,
Freilichtbühne Spielgemeinde Nettelstedt,
Förderverein Grundschule,
Förderverein Kindergarten,
Garten- und Heimatfreunde,
Kameradschaft  ehemaliger Soldaten,
Landwirtschaftlicher Ortsverein,
Landfrauenverband,
Meyer-Spelbrink-Haus,
Rassegeflügelzuchtverein,
Schützenverein Concordia Husen Nettelstedt,
Sozialverband Deutschland e. V.- Ortsverband Nettelstedt,
Tennis Club Nettelstedt,
TuS Nettelstedt, mit Fußball-, Handball- und Tischtennisabteilung,
1. Fahr- und Reitverein Nettelstedt,
50ccm Freunde Nettelstedt,
und viele Nettelstedter Bürger!

Ziele und Aufgaben heute

An den Zielen und Aufgaben hat sich im Laufe der Jahre nichts verändert. Leider werden das Backsteinstutenfest und das Dorfgemeinschaftsfest schon seit mehreren Jahren nicht mehr gefeiert. Aber es gibt nach wie vor Veranstaltungen, traditionell oder neu, die Bürger, Vereine und Institutionen zusammenbringen:

Osterfeuer

Das Abbrennen des Osterfeuers an der Nettelstedter Grundschule wird seit vielen Jahren im Namen der Dorfgemeinschaft durchgeführt, um Traditionen und das gesellige Miteinander zu pflegen. Viele ehemalige Nettelstedter finden sich nach wie vor regelmäßig beim Osterfeuer ein, um alte Bekannte aus Schule oder Nachbarschaft wieder zu treffen.

Basar

Im Frühjahr 1993 wurde die Idee geboren auch in Nettelstedt einmal einen Weihnachtsbasar durchzuführen. Schon am 11. Dezember des gleichen Jahres wurde diese Idee, trotz eines enormen Aufwandes, in die Tat umgesetzt. Im Ortskern, direkt an der Kirche und am Gemeindehaus und auf dem Parkplatz des Rechenzentrums der Sparkasse, entstand eine kleine Zelt- und Budenstadt. Eine Vielzahl von Speisen, wie zum Beispiel Picker, Hühnersuppe und Bratwurst aber auch der von vielen Nettelstedtern gespendete Kuchen, wurde den Gästen angeboten. Entsprechend der Jahreszeit waren natürlich auch warme Getränke wie Kakao, Schwarten und Glühwein ein Muss. Einige Nettelstedterinnen und Nettelstedter hatten in den zurückliegenden Monaten gebastelt, gemalt oder gestrickt, um den Besuchern eine große Auswahl an Dekorations- und Weihnachtsartikeln anbieten zu können. Ein abwechslungsreiches Programm wie zum Beispiel: Kinderschminken, Planwagenfahrten, Nagelbalken oder Hüpfburg aber auch die musikalische Umrahmung durch den Singkreis der Spielgemeinde und den Nettelstedter Posaunenchor ließ Verantwortliche und Besucher gleichermaßen zufrieden sein. Natürlich besuchte auch der Nikolaus den Basar und brachte allen Kindern eine kleine Überraschung mit. So wurde durch den ehrenamtlichen Einsatz vieler Dorfbewohner der erste Nettelstedter Basar nicht nur zu einem finanziellen Erfolg, sondern auch zu einem großen Erfolg für die Gemeinschaft. Der Überschuss kam laut einstimmigem Beschluss der Dorfgemeinschaft einem Kindergarten von Lübbeckes Patengemeinde in Tiszakecske zu Gute.

Im März 1994 wurden alle Helferinnen und Helfer des Basars zu einem gemütlichen Abend eingeladen um ihnen Danke für die geleistete Arbeit zu sagen. Man war sich einig das der Basar zu einer festen Einrichtung in Nettelstedt werden solle.

Mussten beim Basar 1994 noch Verkaufsbuden ausgeliehen werden, konnte man ab 1995 dank einer großzügigen Spende auf eigene zurückgreifen. Vier Verkaufsbuden waren durch viele fleißige Helfer in Eigenleistung erbaut worden. Im Juli 2000 machte der 1. Vorsitzende Helmut Öwermann der Dorfgemeinschaftsversammlung den Vorschlag, den Basar in Zukunft an der Grundschule zu feiern. Denn das mühselige Aufbauen der Zelte könnte man sich sparen, da Aula, Turnhalle und die Pausenhalle der Grundschule zur Verfügung ständen. Gesagt getan, im Dezember des Jahres wurde der Basar erstmalig an der Grundschule angeboten und mit großem Erfolg durchgeführt Es wurden immer wieder Veränderungen und Verbesserungen vorgenommen und so hat der Basar in all den Jahren, trotz oft widriger Wetterverhältnisse, nichts von seiner Anziehungskraft auf die vielen Besucher verloren. Im Laufe der Zeit konnte so ein recht ansehnlicher Betrag an karitative Zwecke gespendet werden. Empfänger waren unter anderem:

die Kinderkrebshilfe,
die Lebenshilfe Lübbecke,
die Deutsche Knochenmarkspenderdatei,
das Elternhaus der Kinderkardiologie in Bad Oeynhausen,
das Hospiz Veritas in Lübbecke,
Wildwasser Minden – Verein gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen.
Aber natürlich profitierte auch Nettelstedt von den Spenden. So konnten sich auch:
der Fördervereine des Kindergartens,
der Förderverein der Grundschule Nettelstedt,
das Meyer-Spelbrink-Haus,
die Kirchengemeinde Nettelstedt,
über finanzielle Unterstützung freuen.

Maibaum

Im Januar 2004 wurden Überlegungen angestellt mit welchen Aktionen man den Zusammenhalt und die Gemeinschaft weiter fördern könne. So kam unter anderem der Gedanke auf, auch in Nettelstedt einen Maibaum aufzustellen. Die Idee verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Ort und so wurde innerhalb kürzester Zeit geplant und gewerkelt Als Standort kam nur der alte Kapellenplatz in Frage. Am 30. April wurde der Maibaum mit den Logos aller in der Dorfgemeinschaft vertretenen Vereine und Institutionen aufgestellt Natürlich musste auch ein  Rahmenprogramm geschaffen werden um Gäste anzulocken. Der Posaunenchor übernahm die musikalische Unterhaltung und die anderen Vereine waren für die Bewirtung in und um Siebekings Scheune verantwortlich. Das Interesse der Nettelstedter war überwältigend und so entwickelte sich das Maibaum aufstellen zu einem wahren Dorffest. Als man im April 2005 den Maibaum zum zweiten Mal aufstellte, sorgten auch der Kindergarten und die Grundschule für die Unterhaltung der Gäste. Die kleinen Besucher konnten sich auf einer erstmals aufgestellten Hüpfburg vergnügen. Inzwischen ist das Aufstellen des Maibaumes eine feste Größe im Nettelstedter Leben und bringt jedes Jahr Jung und Alt zum Klönen und  Feiern zusammen.

Was geschah sonst noch:

1992 – Ortseingangsschilder aus Holz werden angeschafft.

1995 – Der aus Holz hergestellt Weihnachtsstern auf dem Hünenbrink ist marode. Die Dorfgemeinschaft übernimmt die Kosten zur Anschaffung eines neuen und gleichzeitig leichteren Aluminiumgestelles.

1996 – Der Vorplatz des Sportheims wird gemeinschaftlich gepflastert.

1997 – Das Backsteinstutenfest wird wieder gemeinsam mit Kindergarten und Grundschule gefeiert. Ein Kalender mit historischen Bildern und den Vereinsterminen für das Jahr 1998 wird heraus gebracht.

1998 – Planen werden angeschafft, um die offenen Felder der Pausenhalle an der Grundschule schließen zu können. Somit kann
sie auch bei schlechtem Wetter von Vereinen und Gruppen genutzt werden, um dort Grillfeten, Schul- oder Sommerfeste oder auch das Osterfeuer zu feiern. Auf dem Kapellenplatz wird ein Gedenkstein mit Nettelstedter Wappen und Aufschrift “Nettelstedt seit 1033″ aufgestellt.

1999 – Nettelstedt erstrahlt im weihnachtlichen Glanz. Dank privater Spender und der Dorfgemeinschaft werden die ersten fünfzehn Weihnachtssterne angeschafft und an den Laternen der Ravensberger Straße montiert. Anpflanzungen am Kriegerdenkmal werden durchgeführt.

2000 – Der Kapellenplatz wird neu gestaltet. Es werden Ruhebänke aufgestellt und Neuanpflanzungen vorgenommen.

2001 – Die Empore in der Schulturnhalle wird renoviert, um dort ein Heimatmuseum einzurichten.

2002 – Im Dezember verstirbt nach schwerer Krankheit der langjährige Vorsitzende und “Motor” der Dorfgemeinschaft, Helmut Öwermann.

2003 – Die Dorfgemeinschaftsversammlung wählt im Januar Helmut Öwermann junior, zum neuen Vorsitzenden. Ewald Schrewe und Hartmut Ende werden im April zu Stellvertretern gewählt. Die langjährigen Stellvertreter von Helmut Öwermann senior, Friedrich Westerhoff und Helmut Hucke, werden mit Dank für ihre Arbeit verabschiedet. Ruhebänke im Wiehengebirge werden erneuert oder instand gesetzt. Der so genannte “Aktionstag Herbst” wird erstmals durchgeführt. Es werden Grünanlagen gepflegt, Straßen und Plätze von Unkraut befreit. Alle Nettelstedter sind aufgerufen, teilzunehmen.

2004 – Die renovierte Empore in der Schulturnhalle muss wieder geräumt werden, da die Grundschule aufgrund höherer Schülerzahlen den Raum benötigt Die Stadt Lübbecke bietet Räumlichkeiten unter der Turnhalle als Ersatz an. Diese können aber erst nach größeren Umbaumaßnahmen in den nächsten Jahren bezogen werden. Der Klöppel der großen Glocke im Turm auf dem Hünenbrink ist defekt. Die
Dorfgemeinschaft übernimmt die Kosten der Instandsetzung. Durch einen Blitzeinschlag werden im Herbst die Steuerung und die Zuleitung der Hünenbrinkglocken zerstört. Zum ersten Mal wird über das Jubiläumsjahr 2008 – 975 Jahre Nettelstedt – gesprochen.

2005 – Die Dorfgemeinschaft ruft zu Spenden auf, damit die Glocken auf dem Hünenbrink wieder repariert werden können. Viele Bürger und Gewerbetreibende folgen dem Aufruf und ermöglichen so die Reparatur.

Zum ersten Mal wird das Erntedankfest von der Kirchengemeinde, Dorfgemeinschaft, Kindergarten und Grundschule gemeinsam in der Kirche und dem Gemeindehaus gefeiert.

Die ersten Planungen für das “Jubiläumsjahr 2008″ werden konkretisiert. Nachdem Vereine und Privatpersonen weitere Weihnachtssterne
gespendet haben, werden erstmals über dreißig Sterne in der Advents- und Weihnachtszeit in Nettelstedts Straßen leuchten.

2006 – Auf Einladung der Dorfgemeinschaft findet am 13. Februar eine Bürgerversammlung statt. Den Teilnehmern werden erste Gedanken für ein gemeinsames Festjahr 2008 vorgestellt. Alle werden aufgerufen, dieses einmalige Ereignis in Nettelstedt zu unterstützen. Es werden mehrere Arbeitskreise gebildet, um Ideen zu sammeln und sie auf Machbarkeit zu überprüfen.

Vereinsgründung

Am 24. Februar 2006 werden alle Nettelstedter zur Gründung des “Vereins” Dorfgemeinschaft Nettelstedt eingeladen. Achtundfünfzig Personen kommen dieser Einladung nach. Sie verabschieden einstimmig die vorgelegte Satzung und wählen während der Versammlung folgenden neuen Vorstand:

Vorsitzender Helmut Öwermann,
erster Stellvertreter Hartmut Ende,
zweiter Stellvertreter Dirk Schnute,
Kassiererin Annegret Steinmeyer,
stellvertretender Kassierer Dirk Kammann,
Schriftführer Wilhelm Siebeking,
stellvertretender Schriftführer Achim Siebe,
Medienbeauftragter Holger Vogt,
erster Beisitzer Ewald Schrewe,
zweiter Beisitzer Helmut Böcher.

Geschrieben am 29. November 2009 | Abgelegt unter |