Meta Kottkamp bekommt Bundesverdienstkreuz

Lübbecke/Minden. Ein Vorbild mit wegweisender Bedeutung. Landrat Wilhelm Krömer zog mit dieser Aussage tief den Hut vor Meta Kottkamp. Die Lübbeckerin bekam gestern im Mindener Kreishaus das Bundesverdienstkreuz verliehen. Für ihre aufopferungsvolle Pflege ihrer Adoptivtochter Gundula und ihren Einsatz bei der Lübbecker Lebenshilfe. „Zum Glück gibt es immer noch Menschen, die nicht nur am eigenen Wohlergehen interessiert sind, sondern die auch das Schicksal des Nächsten angeht“, betonte Krömer. Und zu diesen Menschen zählt auch Meta Kottkamp.
Seit 1967 kümmert sie sich um ihre schwer pflegebedürftige Tochter Gundula (40). Ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche hat Meta Kottkamp dafür ihr Leben lang hinten angestellt. „Diese Auszeichnung ist ein Zeichen, dass es sich gelohnt hat, 37 Jahre mit Gundi zu verbringen“, sagte die Lübbeckerin ergriffen. Es sei nicht immer leicht gewesen, aber sie habe alles mit Liebe gemacht. „Auch wenn ich durch meine wenige Zeit viele Freunde verloren habe, die wenigen, die geblieben sind, freuen sich heute mit mir.“
Seit 1996 ist Meta Kottkamp außerdem Mitglied der Lebenshilfe Lübbecke und beteiligt sich trotz der wenigen Zeit an Haus- und Straßensammlungen für die Lebenshilfe. „Sie hat all die Jahre die Integration Behinderter gelebt“, lobte Lisa Peper von der Lebenshilfe Lübbecke. Niemals habe Meta Kottkamp Dank verlangt oder nach Auszeichnungen gestrebt. „Und es ist schön, dass wir bei einer lieben Frau fündig geworden sind, die diese Auszeichnung wirklich verdient hat.“ Immer habe Meta Kottkamp persönliche Interessen zurückgesteckt und nach dem Tod ihres Mannes Gundula allein weiter gepflegt.
Worte, die auch Wilhelm Krömer fand. Gerade das selbstlose Engagement sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr: „Ihr Wirken soll beispielhaft für eine jüngere Generation stehen. Denn in unserer Ich-bezogenen Gesellschaft setzt sich kaum noch jemand für andere Menschen ein.“
Als eine sichtbare Geste des Dankes bezeichnete der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Lübbecke, Wilhelm Tiemeier, die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz. „Es zeigt, dass Mitgefühl und Mitmenschlichkeit in Lübbecke nicht zu kurz kommen“, betonte er. Heutzutage sei bürgerschaftliches Engagement unverzichtbar. Denn der Staat könne nicht alles alleine bewältigen.

Gewürdigt: Meta Kottkamp pflegt seit 37 Jahren ihre behinderte Adoptivtochter Gundula. Für diesen Einsatz wurde sie von Landrat Wilhelm Krömer ausgezeichnet. Foto: Nicole Sielermann
Foto und Text: Nicole Sielermann
Quelle: Neue Westfälische Lübbecke