Blühende Oase verströmt lieblichen Duft

Ehelaute Caesar in Nettelstedt haben sich aus Ödland ein Gartenparadies geschaffen



Von Sonja Gruhn
Nettelstedt (WB).
Tausende prachtvolle Blüten in lila, rosa und rot schmücken die meterhohen Sträucher, die wie blühende Hecken das Grundstück von Else und Cajus Caesar aus Nettelstedt umschließen. Bereits aus einiger Entfernung weht einem der Duft entgegen, den die rund 600 Rhododendren entfalten. Aus dem Stück Ödland direkt am Wald haben der ehemalige Forstamtmann und seine Frau eine blühende Oase entstehen lassen. »Als wir 1958 hier gebaut haben, sah das Grundstück wirklich schlimm aus«, erinnert sich die 86-jährige Else Caesar. »Wir haben überlegt, wie wir alles nett gestalten und gleichzeitig einen schönen Kontrast zum Wald schaffen können. Es sollte aber auch im Winter grün sein und möglichst das Unkraut vom Wachsen abhalten. Schließlich habe ich 1000 kleine Rhododendronsträucher gekauft. 600 davon wurden hier angepflanzt, den Rest habe ich den Nachbarn gegeben«, erzählt Cajus Caesar.


Die Liebe zur Natur kommt bei Cajus Caesar nicht von ungefähr: Bereits sein Vater,
Großvater, Ur- und Ururgroßvater waren Förster. »Und auch mein Sohn ist Förster
geworden«, erklärt er stolz. Foto: Sonja Gruhn

Damals maßen die Sprösslinge gerade mal 15 Zentimeter, die auf der mehr als 2000 Quadratmeter großen Fläche am Hang verteilt wurden. »Früher gab es noch nicht so viele Farbvariationen wie heute. Die rot blühenden sind durch den Frost stark dezimiert worden und die mit den weißen Blüten sind zu dieser Jahreszeit bereits ausgeblüht. So dominieren jetzt die lila- und rosafarbenen Blüten«, erklärt der 82-Jährige.
Zum ersten Mal sind ihm die Sträucher mit ihren gewaltigen Blüten aufgefallen, als er während seiner Ausbildung zum Soldaten in Holland war. »Daran habe ich mich dann später erinnert.« Für den naturverbundenen Förster ist es immer wieder ein Genuss, das Blütenmeer zu betrachten, das sich wie ein dichter weicher Teppich über Teile des Gartens legt. »Gleich nach dem Aufstehen gehe ich auf den Balkon, um zu gucken und auch abends werfe ich noch einmal einen Blick darauf. Diese Schönheit, die Farbenpracht der Blüten fasziniert mich einfach. Und wenn ich mich auf den Liegestuhl lege und die Augen schließe, nehme ich besonders den Duft und das Summen der vielen Hummeln wahr.«

Artikel vom 28.05.2008
Quelle: Lübbecker Kreiszeitung – Westfalen Blatt

Geschrieben am 29. Mai 2008 | Abgelegt unter Allgemein |