
Lübbecke (jug). Sie hat in Finnland ausgestellt, in England, Frankreich sowie in China, Jordanien und Weißrussland. Doch auf Initiative ehemaliger Klassenkameraden der Jahn-Realschule hat es jetzt endlich doch geklappt. Eine Auswahl von Bildern, Drucken und Objekten ist bis 29. Dezember zu den Öffnungszeiten im Foyer der Volksbank in Lübbecke zu sehen. »Ich werde oft gefragt: Was malst Du da eigentlich?«, erklärte die in Nettelstedt aufgewachsene Künstlerin anlässlich der Vernissage am Donnerstagabend. Doch einer festen Stilrichtung zuzuordnen seien ihre Bilder nicht. »Ich male, was sich in mir bewegt. Meine Bilder sind ein symbolischer Ausdruck dafür, was in mir vor sich geht.«Überraschend ihre Aussage, dass ihre Reisen in ferne Länder auch etwas mit Nettelstedt und mit der Freilichtbühne zu tun haben: »Das Tor zur Welt war in Nettelstedt immer geöffnet«, sagt Anke Ikelle-Matiba, Enkelin von Karl Meyer-Spelbrink. Die feste Verwurzelung im dörflichen Leben, das Miteinander sei ihr auch in Dörfern in Afrika oder in China begegnet, habe die Verständigung, das gegenseitige Verstehen erleichtert.
Bei den beiden Bildern »Christkind«, so erläuterte sie weiter, habe sie einen neuen Zugang zu diesem Thema gesucht. Die beiden Gesichter, die jeweils durch das Kreuz hindurchblicken, zeigten ein europäisches und ein afrikanisches Gesicht (»Alle Kinder dieser Welt sind ja Christkinder«). Das eine Gesicht sei vom Leid geprägt, das es bereits kennen gelernt habe, das andere zeige einen meditativen Ausdruck. Und die Farbe Gold sei schon bei den Ägyptern eine heilige Farbe gewesen.
»Ich male nicht gerne fein«, sagt die Künstlerin, die heute in Bonn lebt, und außerdem ein Atelier bei Nizza besitzt, über ihre Arbeit. Auch das »grobe Malen« komme ihr entgegen, »damit die Süßlichkeit verschwindet und nicht alles mit Zuckerguss abgedeckt wird«. Die ausgestellten Objekte sind zum Teil Schwemmhölzer, die Anke Ikelle-Matiba am Rheinufer entdeckte. So entstanden auch »Die Quelle« und die »Wünschelrute«.
Zur Vernissage waren zur Freude der Künstlerin zahlreiche ehemalige Klassenkameraden nicht nur aus ihrer Realschulzeit, sondern auch aus der früheren Volksschule in Nettelstedt gekommen: »So haben wir hier im Grunde zwei Klassentreffen. Das ist schon etwas Tolles.«
Anke Ikelle-Matiba vor den beiden Bildern zum Thema “Christkind” die Arbeiten sind im Jahr 2003 entstanden. Foto: Juli Graf