Lübbecker Schriftsteller Karlheinz Komm erhält von Jürgen Rüttgers Bundes-Verdienstorden
Lübbecke/Düsseldorf (WB). Das Theater ist sein Leben. Mehr als 500 Mal wurden die Stücke des Lübbecker Schriftstellers Karlheinz Komm insgesamt schon inszeniert. Für sein herausragendes kulturelles Engagement hat der 74-Jährige gestern in Düsseldorf das Bundes-Verdienstkreuz am Bande erhalten.»Vor allem Kinder und Jugendliche brauchen Vorbilder, die Werte leben, sie vorleben. Menschen, die tun, was sie sagen. Menschen, die dabei nicht nur an ihren eigenen Vorteil denken. Menschen, die sich für andere einsetzen«, betonte Jürgen Rüttgers in seiner Festrede die Notwendigkeit von Vorbildern. In einer Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei dankte der Ministerpräsident den insgesamt 16 Ausgezeichneten.»Sehn wir doch das Große aller Zeiten, auf den Brettern, die die Welt bedeuten«, das schrieb Friedrich Schiller über das Theater. Karlheinz Komm würde diese Zeilen sofort unterschreiben. Schon früh zog den Lübbecker das Theater in seinen Bann, so sehr, dass er als Erwachsener seinen Beruf als Lehrer aufgab, um sich uneingeschränkt dem Theater widmen zu können. Seitdem arbeitet er an deutschen Bühnen als Autor, Schauspieler und Intendant.
Seiner Feder entsprungen sind mehr als 40 Kinder- und Jugendtheaterstücke und Schauspiele und Volksstücke. Sie werden mit großem Erfolg gespielt, auch auf Plattdeutsch. Außerdem sind Karlheinz Komms schriftstellerische Fähigkeiten in Gedichten und in dem autobiographischen Roman »Kriegskinder« festgehalten.
Dem Lübbecker liegt es am Herzen, dass Theater für Jedermann erlebbar wird, vor allem für junge Menschen. So gründete er mobile Theater, die in Schulen und öffentlichen Einrichtungen auftreten, und er ist Mitgesellschafter des Westdeutschen Tournee-Theaters. Sein Name steht im Raum Minden-Lübbecke für herausragende Theaterarbeit. Er inszenierte an der Freilichtbühne Nettelstedt und schreibt Theaterstücke für die Seniorentheatergruppe »Senioritas« sowie den Arbeitskreis Kirche und Theater.
Mit dem Bundesverdienstorden wurde Komms Engagement, Menschen für Kultur und Theater zu begeistern, gewürdigt. »Ich könnte Ihnen zehn Leute nennen, die das noch mehr verdient haben als ich«, sagt der Schriftsteller ganz bescheiden. Nichtsdestotrotz ist die Freude über die hohe Würdigung bei dem 74-Jährigen groß. Es sei einfach schön, dass seine jahrzehntelange Arbeit solche Anerkennung finde. Der Lübbecker weiß jedoch um eine »Auszeichnung«, die noch mehr sein Herz bewegt.
Der Lübbecker Autor Karlheinz Komm (links) hat gestern in Düsseldorf für sein kulturelles Engagement von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers den Bundes-Verdienstorden erhalten»Dass ich nicht für die Schublade geschrieben habe.« Von den mehr als 40 Stücken, die er geschrieben habe, seien bis dato 38 aufgeführt worden. Und weil seine Stücke mehrere hundert Mal aufgeführt wurden, nicht zu vergessen die Fernsehübertragungen, hat er ganz viele Menschen erreichen können. »Mal habe ich mein Publikum erfreut, mal nachdenklich gemacht«, sagt er. Das macht ihn glücklich. Und dass er noch immer voller Schaffenskraft ist.
Zur Person
Karlheinz Komm wurde am 19. Dezember 1934 in Bethel geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Pädagogischen Akademie Bielefeld auf Lehramt. Von 1956 bis 1972 war er als Lehrer an verschiedenen Bielefelder Schulen tätig. Dann wechselte er zum Theater, begann seine professionelle Schriftsteller-, Kompositions- und Bühnenlaufbahn. Er arbeitete an verschiedenen Theaterhäusern unter anderem in Detmold, Bielefeld, Remscheid und Hannover als Intendant, Dozent und Dramaturg. 1995 ging Karlheinz Komm in den Ruhestand. Seine Stücke wurden insgesamt mehr als 500 Mal inszeniert und mehr als 10 000 Mal aufgeführt.
Artikel vom 19.06.2009
Quelle: Lübbecker Kreiszeitung – Westfalen Blatt
