Abgeordnete verlassen die Bühne

21 langjährige Mitglieder des Kreistages gestern verabschiedet

Kreis Minden-Lübbecke. Den ersten Teil des Generationenwechsels hat der Minden-Lübbecker Kreistag bereits in der konstituierenden Sitzung hinter sich gebracht. Gestern nun wurden 21 langjährige Mitglieder aus allen Fraktionen in den kreispolitischen Ruhestand verabschiedet.

In angemessen großem Rahmen nahm Landrat Dr. Ralf Niermann diese Verabschiedung vor. Zu denen, die am längsten dabei waren, gehören seit fünf Wahlperioden Uwe Bauer, CDU-Abgeordneter aus Barkhausen und Friedrich Lübbert, SPD-Abgeordneter aus Nettelstedt. Bauer brachte kommunalpolitische Erfahrung mit, als er seine Kreistagsarbeit 1977 als sachkundiger Bürger aufnahm. Heute ist Uwe Bauer vielen bekannt durch das Thema Krankenhaus. Aber seine kreispolitischen Anfänge liegen im Kulturbereich. Dort nahm er nach seiner Wahl 1984 zum Vollmitglied des Kreisparlaments im Kulturausschuss, der später um den Sportbereich erweitert wurde, Platz. Bereits 1989 wurde er dessen Vorsitzender.

Die ursprüngliche „Nebentätigkeit“ im Krankenhauswesen sollte für den 72-Jährigen eine kreispolitische Hauptaufgabe werden. Über die Versammlungen der Krankenhaus-Zweckverbände, deren Vorsitz er übernahm, bis zur Mitgliedschaft im Verwaltungsrat der Mühlenkreis-Kliniken AöR sah sich Bauer als nun erfahrenster Krankenhaus-Experte seiner Fraktion vor die schwierigste Aufgabe gestellt.

Auch Friedrich Lübberts Grundbilanz ist, dass der Kreistag vieles erfolgreich auf den Weg gebracht habe, weil man auch über die parteipolitischen Grenzen hinweg gut zusammengearbeitet habe. „Es galt: Der Weg führt zum Ziel“, sieht er die gemeinsame Aufgabe für Politik und Verwaltung. Der Lübbecker SPD-Abgeordnete kam ohne kommunalpolitische Erfahrung in den Kreistag, stieg zudem noch als 44-jähriger Neuling in die großen Schuhe seines Vorgängers Heinrich Hüffmeier. Doch Lübbert fand schnell sein eigenes Arbeitsfeld – eines, das er kannte. Im Bauausschuss, später um den Verkehrsbereich erweitert, war er bald stellvertretender Vorsitzender. Die Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden Heinrich Aumann (CDU) aus Petershagen lief so gut, dass im Kreishaus das Bonmot galt: Gegen Lübbert und Aumann läuft beim Bauen nichts. Als Ausschussvorsitzender tritt Lübbert (69) jetzt in den politischen Ruhestand. Nicht ohne Stolz blickt er darauf zurück, wo Zeugnisse seiner politischen Arbeit stehen. „Ich habe mich immer besonders um die Schule gekümmert, speziell um die Förderschulen“, sagt Lübbert. Im Straßenbau sei sein Augenmerk auf Radwegebau gerichtet gewesen. „Auch hier galt es, den Schwächeren zu helfen“, nennt der Sozialdemokrat sein Motiv.

Wie Bauer hat auch Lübbert jahrelang Mitverantwortung für die Krankenhäuser im Kreis getragen. Er hatte zum Schluss im Verwaltungsrat der Kliniken mit deren finanziellen Problemen zu kämpfen.

Dank: Landrat Dr. Ralf Niermann (m.) zeichnete Friedrich Lübbert (SPD, l.) und Uwe Bauer (CDU) mit der Ehrennadel des Kreises aus.

Text und Foto: Hartmut Nolte

Quelle: Neue Westfälische Lübbecke

Geschrieben am 24. November 2009 | Abgelegt unter Parteien |