18 Brote in einem Rutsch

Neuer Backofen am RGZV-Vereinshaus eingeweiht

Nettelstedt (juk). 18 Stunden muss der Ofen anheizen. Zwei bis drei Schubkarren Buchenholz sind dafür notwendig. Doch dann kann’s richtig losgehen. »18 Brote pro Backvorgang sind möglich«, erklärt Friedrich Lübbert nicht ohne Stolz. Am Samstag wurde der neue Ofen im Backhaus am Vereinsheim des RGZV Nettelstedt eingeweiht. Bürgermeisterin Susanne Lindemann durfte das erste Brot herausziehen. Alles begann bei einem Ausflug der Geflügelzüchter, den die Ehefrau des Vorsitzenden, Doris Böker, organisiert hatte. »Bei der Landesgartenschau in Bad Zwischenahn haben wir einen solchen mobilen Ofen gesehen«, erzählt Friedrich Lübbert. »Und wie das dann so ist, nach einem Gläschen Bier tauchte dann die Frage auf: Wäre das nicht was für uns?«, ergänzt Vorsitzender Heinz-Jürgen Böker: »Und so war die Idee geboren.« Sein ganz besonderer Dank gilt »Backofenbauer« Friedrich Lübbert, der den Ofen fast allein konstruiert und geplant habe. Elf Zentimeter Schamottstein, elf Zentimeter Lehm/Sand, zehn Zentimeter Leichtsteine, zwei Zentimeter Luft und 11,5 Zentimeter Verblendung – so die exakte Planung des Ofens von innen nach außen. Außerdem ist das gute Stück 105 Zentimeter lang und 95 Zentimeter breit. Insgesamt 372 Arbeitsstunden waren notwendig, um den Ofen fertig zu stellen.
Die Vereinskasse sei durch dieses Projekt übrigens in keiner Weise belastet worden, betont Heinz-Jürgen Böker. Finanziert wurde der Ofen ausschließlich durch Gelder heimischer Sponsoren, wofür der Verein ganz besonders dankbar sei. Das zeigt sich ganz deutlich an einer Messingplatte, die am Ofen angebracht ist und die Namen der Geldgeber auflistet. Auch die Stadt habe bei der Genehmigung des Projektes keine Bedenken gehabt, dankte Böker. Und damit auch alles seine Ordnung hat, überreichte Bezirks-Schornsteinfegermeister Dieter Rosenbohm pünktlich zur Einweihung am Samstag noch die offizielle Schlussabnahme.
Im ersten Backvorgang wird übrigens das Graubrot gebacken, gefolgt vom Weißbrot und Kuchen. »Und selbst dann ist immer noch genug Hitze da, um einen Braten hineinzuschieben«, erzählt Friedrich Lübbert.
Der Ofen soll übrigens nicht nur von Mitgliedern des RGZV Nettelstedt genutzt werden dürfen, sondern auch von der Dorfgemeinschaft und den umliegenden Dörfern. »Es sollen möglichst viele hier ihre Freizeit verbringen können.« Eine Konkurrenz zu den heimischen Bäckereien gebe es aber übrigens nicht: »Im Gegenteil«, betont Lübbert. Hier erfahre man sogar Unterstützung, und einige alte Bäckermeister wollten die Gelegenheit gerne nutzen, an diesem neuen Ofen nach alter Tradition zu backen.
Von der Qualität der Erzeugnisse konnten sich rund 100 Gäste am Samstagnachmittag überzeugen. Neben Bürgermeisterin Susanne Lindemann und Ortsvorsteher Hartmut Ende waren Vertreter der Dorfgemeinschaft, Freunde und Bekannte eingeladen, um diese neue, selbst gebaute Errungenschaft gebührend einzuweihen.


Bürgermeisterin Susanne Lindemann zog das erste Brot aus dem Ofen. Stolze und freudige Gesichter gab es beim RGZV Nettelstedt. Backofenbauer Friedrich Lübbert (r),Vorzitzender Heinz-Jürgen Böker (l), Doris Böker und Bäckermeister Andreas Dahm. Foto: Julia Kleinschmidt

Quelle: Lübbecker Kreiszeitung – Westfalen Blatt

Geschrieben am 24. April 2007 | Abgelegt unter RGZV |